Es klingt erstmal nach einer guten Neuigkeit. Tatsächlich würde man auch spontan nicht damit rechnen. Die Zeitung Het Laatste Nieuws führt regelmäßig eine Erhebung durch: Sie vergleicht den aktuellen Preis eines Einkaufswagens mit 30 Artikeln mit dem vor drei Monaten und das in allen großen belgischen Supermarktketten.
Das Ergebnis ist überraschend: Trotz der Spannungen rund um den Iran, die die Ölpreise nach oben treiben und damit auch die Inflation, trotz dieses Konflikts sind die Preise in den Supermärkten in den letzten drei Monaten gesunken. Am sichtbarsten ist das Phänomen bei der niederländischen Kette Albert Heijn, wo die Preise im Vergleich zum Februar um sieben Prozent sanken. Es folgt Delhaize mit einem durchschnittlichen Preisrückgang von 5,5 Prozent. Bei den anderen Ketten war es ein Minus von zwei bis vier Prozent.
Fachleute haben nur eine Erklärung dafür: "Keiner will den ersten Schritt tun, keiner will als Erster die Preise erhöhen", zitiert Het Laatste Nieuws einen Einzelhandelsexperten. Das werde aber nicht so bleiben, fügt er hinzu: "Allgemein steigen die Preise, das ist Fakt. Früher oder später wird man das auch in den Supermärkten spüren. Dann allerdings nicht mehr in kleinen Schritten, sondern mit einem regelrechten Preisschock.".
Roger Pint