Der Verband der belgischen Lebensmittelindustrie (Fevia) sieht die Zukunft der Branche gefährdet. "Wenn wir jetzt nicht eingreifen, droht die Produktion aus Belgien zu verschwinden", sagt Fevia-Geschäftsführerin Ann Wurman auf der Jahrespressekonferenz.
Trotz eines insgesamt leicht gestiegenen Umsatzes im letzten Jahr sei die Lage alarmierend. Konkret nannte die Geschäftsführerin den stagnierenden Inlandsumsatz, die zunehmenden Einkäufe der Verbraucher im Ausland und die steigende Zahl von Produkten aus den Niederlanden auf dem belgischen Markt.
Hinzu kämen die geopolitischen Spannungen, die steigende Kosten mit sich brächten, was sich negativ auf die Rentabilität auswirke. Wurman warnte davor, die Mehrwertsteuer anzuheben, da dies die Einkäufe im Ausland weiter ankurbeln würde. Auch die Lohnkosten, die deutlich höher seien als in den Nachbarländern, blieben ein großes strukturelles Problem.
Mit einem Anteil von 25,4 Prozent am Umsatz ist die Lebensmittelindustrie der größte Industriezweig Belgiens mit fast 103.000 Arbeitsplätzen.
belga/mh