Die Zahl der täglich bei "Safeonweb" gemeldeten möglichen Phishing-Versuche ist im Vergleich zum letzten Jahr um etwa 50 Prozent gestiegen. Das melden die Zeitungen De Tijd und L'Echo unter Berufung auf Zahlen des belgischen Zentrums für Cybersicherheit (ZCB).
In den ersten drei Monaten des Jahres sind demnach unter der E-Mail-Adresse "suspekt@safeonweb.be" mehr als 3,6 Millionen entsprechende Meldungen eingegangen, das sind fast 41.000 pro Tag. Die tatsächliche Zahl von Phishing-Versuchen, also Versuchen, persönliche Zugangsdaten zu stehlen, liegt vermutlich noch viel höher, warnt das Zentrum für Cybersicherheit: Längst nicht alle Betroffenen meldeten Phishing-Versuche. Außerdem würden über Safeonweb quasi ausschließlich "klassische" Phishing-Versuche erfasst, also gefälschte E-Mails und gefälschte SMS, die zum Beispiel angeblich von Banken kommen und Links zu betrügerischen Webseiten enthalten.
Neuere Formen des Datenklaus tauchen deshalb in den Statistiken bisher kaum auf, nehmen aber stetig zu, so das Zentrum. Zu diesen neuen Formen gehören unter anderem Vishing, das sind betrügerische Sprachanrufe, Betrugsversuche über WhatsApp und Soziale Medien und Quishing, gefälschte QR-Codes, die die Opfer zu betrügerischen Webseiten leiten.
Die Kriminellen machen sich laut Zentrum für Cybersicherheit auch explizit aktuelle Trends zunutze, um ihre Betrugsmaschen anzupassen. In den letzten Wochen hat es deshalb etwa viele Phishing-Versuche im Kontext der Pensionsreform der Föderalregierung gegeben. Auch die Suche vieler Menschen nach günstigeren Energieverträgen infolge des Iran-Kriegs biete den Verbrechern neue Chancen.
Boris Schmidt