Der flämische Unternehmerverband Voka fordert die Föderalregierung auf, einen Indexsprung vorzubereiten. Dadurch würden die Löhne einmalig nicht automatisch angehoben, wenn die Lebenshaltungskosten steigen.
So ein Ausnahme-Schritt könne der nun auch unter den Folgen des Iran-Kriegs leidenden Wirtschaft etwas Luft zum Atmen verschaffen, so der Unternehmerverband. Es könne außerdem nicht sein, dass die Wirtschaft die gesamte Zeche für die aktuelle Energiepreisexplosion zahle - einmal über die eigenen gestiegenen Rechnungen und einmal über die Kompensation der gestiegenen Lebenshaltungskosten.
Die Gewerkschaften weisen diese Argumentation aber durch die Bank zurück. Die automatische Indexierung decke die Teuerung nur zum Teil, unterstrich etwa die liberale Gewerkschaft. Die christliche Gewerkschaft hob hervor, dass sogar die Nationalbank den Wert des Mechanismus anerkenne.
Politisch konnte der Unternehmerverband auch kaum punkten mit seinem Vorstoß. Die N-VA, die Partei von Premierminister Bart De Wever, räumte zwar ein, dass man die Sorgen der Unternehmer ernst nehmen müsse, unterstützte den Vorschlag aber sonst nicht weiter.
Die Regierungsparteien Vooruit und CD&V lehnten einen Indexsprung hingegen vehement ab. Und sogar die frankophonen Liberalen von der MR erteilten der Idee eine deutliche Abfuhr.
Lediglich die Oppositionspartei Anders, die ehemalige Open VLD, begrüßte den Vorschlag. Allerdings werde ein Indexsprung nicht ausreichen, um die Probleme zu lösen, so ihr Vorsitzender, sie wäre lediglich ein erster guter Schritt.
Boris Schmidt