Für Finanzminister Jan Jambon zieht neuer Ärger am Horizont auf und das buchstäblich. Denn auch die Flugzeug-Piloten in Belgien begehren gegen Jambons Rentenpläne auf. Grund ist das Renteneintrittsalter. Jambon will auch Piloten bis zum 67. Lebensjahr arbeiten lassen. Das Problem: Piloten dürfen nur bis 65 kommerziell fliegen. Das ist eine Bestimmung der Europäischen Agentur für Flugsicherheit.
Sie hat gesundheitliche Gründe. Je älter der Pilot, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer medizinischen Notfallsituation im Cockpit. Außerdem zeigen Studien, dass die Reaktionsgeschwindigkeit, die Konzentration und die Entscheidungsfähigkeit unter Stress im Alter abnehmen. Daher gilt: Passagierjets darf man nur bis 65 fliegen.
Minister Jambon hat zu dem Einwand eine Empfehlung: Die betroffenen Piloten sollen ihr Fachwissen sinnvoll nutzen und etwa Ausbilder werden. Den Vorschlag sehen Pilotenvereinigungen skeptisch. Denn Fluglehrer arbeiten nicht nur im Simulator, sondern fliegen auch in echten Flugzeugen. Außerdem würden gar nicht viele Fluglehrer benötigt, und man sei noch lange kein guter Fluglehrer, nur weil man ein guter Pilot war.
Olivier Krickel