Viele Parkhäuser wurden in den 1970er und 1980er Jahren gebaut. Sie sind in der Regel für eine Belastung von etwa 200 bis 250 Kilogramm pro Quadratmeter ausgelegt. Diese Werte basieren auf den Fahrzeugen, die damals unterwegs waren - also deutlich leichtere Benzin- und Dieselautos.
Elektroautos sind deutlich schwerer. Experten sprechen von etwa 300 bis 500 Kilogramm zusätzlichem Gewicht pro Fahrzeug im Vergleich zu klassischen Autos mit Verbrennungsmotor. Genau diese zusätzliche Last müssen Parkhäuser natürlich tragen können.
Während ein Verbrenner nur einen Tank hat, braucht ein Elektroauto große Batterien. In einem Liter Diesel oder Benzin steckt viel mehr Energie als in einem Kilogramm Batterie. Deshalb braucht ein Elektroauto deutlich mehr Gewicht in Form von Batterien, um eine ähnliche Reichweite zu erreichen.
Darüber hinaus werden Autos generell größer und schwerer - besonders durch den Boom der SUVs. Das gilt auch für Elektroautos. Viele E-Autos sind große SUV-Modelle, was das Gesamtgewicht zusätzlich erhöht. Der Volvo EX90 wiegt beispielsweise über 2.800 Kilogramm.
Es besteht aber keine Gefahr, dass Parkhäuser wegen Elektroautos einstürzen. Die entscheidende Frage ist eher: Was passiert, wenn eine Parkgarage irgendwann komplett mit Elektroautos gefüllt ist?
Fachleute raten dazu, ältere Parkhäuser zu überprüfen. Das kann anhand der Baupläne passieren oder mit Messungen vor Ort. Wenn nötig, kann man die Tragfähigkeit auch erhöhen, zum Beispiel durch zusätzliche Verstärkungen in der Betonstruktur. Außerdem spielt auch der Zustand der Materialien eine Rolle - etwa wenn Streusalz die Bewehrung im Beton über die Jahre angegriffen hat.
vrt/dog