Die Föderale Polizei fordert von der IT-Beratungsfirma Sopra Steria Schadenersatz in Höhe von 179 Millionen Euro für das gescheiterte Digitalisierungsprojekt i-Police. Das hat der Generalkommissar der Föderalen Polizei, Eric Snoeck, am Freitag in der Kammer mitgeteilt. Darüber hinaus fordert die Polizei die Rückzahlung von Rechnungen in Höhe von 65 Millionen Euro.
Sopra Steria erhielt vor fünf Jahren den Auftrag zur Entwicklung einer neuen digitalen Polizei-Plattform. 76 Millionen Euro wurden bereits überwiesen. Doch das Projekt kam nicht voran. Innenminister Bernard Quintin (MR) kündigte den Vertrag daraufhin Ende letzten Jahres einseitig.
Der Vorgänger von Polizeichef Snoeck, Marc De Mesmaeker, betonte bei seiner Anhörung in der Kammer, dass er nie Anzeichen erhalten habe, "die ihn an einem erfolgreichen Abschluss des Projekts zweifeln ließen". Allerdings musste er eingestehen, dass die Finanzierung von Anfang an "nicht schlüssig" gewesen sei, was mit den strengen föderalen Haushaltsvorschriften zu tun gehabt habe.
belga/fk