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Apaq-W: Gesund essen – bald nur noch ein Privileg?

05.03.202611:5305.03.2026 - 16:41
Kühlschrank
Illustrationsbild: © Bildagentur PantherMedia/Igor Vetushko

Steigende Preise, Klimadruck, geopolitische Spannungen und ein immer schnellerer Alltag setzen unser Ernährungssystem zunehmend unter Druck. Eine neue Studie der Wallonischen Agentur zur Förderung einer hochwertigen Landwirtschaft (Apaq-W) hat deshalb untersucht, wie wir in Zukunft essen könnten.

Die Wallonische Agentur zur Förderung einer hochwertigen Landwirtschaft (Apaq-W) hat fünf mögliche Szenarien für das Jahr 2035 entwickelt. Das wahrscheinlichste trägt den Namen "fracture alimentaire". Gemeint ist damit eine deutliche soziale Spaltung beim Essen. Die Idee dahinter: Durch Inflation und stagnierende Einkommen könnten sich künftig vor allem Haushalte mit ausreichend Geld hochwertige Lebensmittel leisten - etwa lokale, biologische oder nachhaltig produzierte Produkte. Für viele andere würde beim Einkaufen vor allem der Preis entscheiden.

Dabei spielt Nachhaltigkeit für viele Menschen durchaus eine Rolle. 42 Prozent der Befragten geben an, dass Umweltaspekte für sie Priorität haben. 79 Prozent halten eine gesunde, sichere und authentische Ernährung für wichtig. In der Praxis setzen jedoch nur 14 Prozent Umwelt und Gesundheit tatsächlich an die erste Stelle - häufig, weil das Budget stärker ins Gewicht fällt.

Auch die Zukunft bereitet vielen Sorgen. 68 Prozent der Befragten befürchten, dass sie sich eine gesunde und hochwertige Ernährung künftig nicht mehr leisten können. Gleichzeitig wächst der Zeitdruck im Alltag: Arbeit, Familie und ein schneller Lebensrhythmus führen dazu, dass sich viele Menschen am Ende für praktische und günstige Lösungen entscheiden.

Ganz so düster sind allerdings nicht alle Szenarien der Studie. Ein mögliches Zukunftsbild stellt die Gesundheit stärker in den Mittelpunkt - mit weniger stark verarbeiteten Lebensmitteln und mehr Prävention. Ein anderes setzt auf eine ambitionierte Umweltpolitik und eine nachhaltigere Landwirtschaft.

Am wahrscheinlichsten bleibt laut Studie jedoch das Szenario des "Ernährungs-Bruchs": Wer nachhaltig, gesund und lokal einkaufen möchte, könnte dafür in Zukunft deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen.

An der Studie beteiligten sich zwölf Experten, außerdem wurden mehr als 1.500 Belgier aus der Wallonie befragt.

avenir/dog

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