Der Konflikt wirkt sich unmittelbar auf den Geldbeutel der Verbraucher aus. Die Unsicherheit auf den wichtigen Handelsrouten im Meer führt zu instabilen Lieferketten und nervösen Märkten. Diesel wird teurer: Wie der Föderale Öffentliche Dienst (FÖD) Wirtschaft mitteilte, steigen die Preise an den Tankstellen bereits ab Dienstag spürbar an. Nachdem Katar - eine der wichtigsten Gas-Supermächte - angekündigt hat, die Produktion von verflüssigtem Erdgas (LNG) vorerst einzustellen, schießen die europäischen Gaspreise nach oben.
Laut Nationalbank-Gouverneur Pierre Wunsch ist das wirtschaftliche Vertrauen bereits angeknackst. Wie schwer die langfristigen Schäden für die Wirtschaft sein werden, hängt seiner Meinung nach von der Dauer des Konflikts ab.
Chaos im Flugverkehr
Besonders prekär ist die Lage für Reisende in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und den angrenzenden Golfstaaten. Laut Außenministerium befinden sich allein in den VAE derzeit über 5.000 Belgier. Nach Daten des Dienstes Flightradar24 wurden am Montag mindestens 2.000 Flüge von und zu sieben großen Flughäfen am Persischen Golf (u.a. Kuwait, Bahrain, Katar) gestrichen.
Brussels Airlines: Die Fluggesellschaft hat alle Verbindungen von und nach Tel Aviv bis mindestens zum 8. März ausgesetzt.
Flughafen Brüssel: Insgesamt zehn Starts und Landungen (Tel Aviv, Dubai, Abu Dhabi und Doha) wurden am Montag annulliert. "Sicherheit hat stets oberste Priorität. Gemeinsam mit der Lufthansa Group beobachten wir die Lage fortlaufend", erklärt Pressesprecher Nico Cardone.
Ostbelgier im Krisengebiet
Auch Menschen aus Ostbelgien sind direkt betroffen. Leny Goblet aus Lontzen befindet sich derzeit mit ihrem Mann und einem weiteren Paar auf einem Schiff im Hafen von Abu Dhabi. Die Crew bemühe sich um das Wohlergehen der Passagiere, doch eine Abfahrt ist derzeit nicht in Sicht. Landgänge sind zwar möglich, erfolgen jedoch ausdrücklich auf eigene Gefahr.
Hinweis für Reisende: Passagieren wird dringend geraten, die Informationen ihrer Fluggesellschaften sowie die Reisehinweise des Außenministeriums laufend zu prüfen.
Manuel Zimmermann

