Bei Proximus herrscht seit Freitag mächtig Unruhe. Erstmal beim Personal. Denn die Ankündigung eines Stellenabbaus bei dem Telekomunternehmen weckt böse Erinnerungen an die Umstrukturierung von 2019. Damals waren schon einmal 1.900 Jobs gestrichen worden.
Doch auch die Begründung der neuen Verschlankung wirft viele Fragen auf. Die Direktion hatte erklärt, dass man künftig stärker auf Künstliche Intelligenz setzen will, was weniger Personal nötig mache. "Doch längst nicht alle Jobs können durch die KI ersetzt werden", wenden die Gewerkschaften ein.
Unruhe aber auch an den Finanzmärkten: Am Freitag geriet die Proximus-Aktie an der Brüsseler Börse unter Druck. Der Kurs schloss mit einem Minus von knapp 16 Prozent. Das ist offenbar weniger eine Reaktion auf den Jobabbau, sondern eher auf die Ankündigung, dass Proximus in diesem Jahr seine Dividende im Vergleich zu 2025 halbieren will. Es ist längst nicht das erste Mal, dass der Ertrag für die Anleger geringer ausfällt.
Er könne ja die Enttäuschung verstehen, sagte Konzernchef Bijnens. Es handele sich allerdings um eine langfristige Strategie. "Man wird mich in drei Jahren beurteilen müssen", sagte Konzernchef Stijn Bijnens in der Zeitung L'Echo.
Roger Pint