Catherine MacGregor, die Hauptgeschäftsführerin von Engie, stehe einer möglichen Laufzeitverlängerung von zwei Reaktorblöcken in Belgien inzwischen "vorsichtig positiv" gegenüber, berichten L'Echo und De Tijd.
Konkret geht es dabei um Doel 4 und Tihange 3, also die beiden jüngsten Meiler. Die dürfen ja schon länger am Netz bleiben als ursprünglich geplant, nämlich bis 2035. Die Arizona-Regierung wollte sie aber auch dann nicht abschalten, um die Versorgungssicherheit nicht zu gefährden. Und das erst recht, nachdem der Ausstieg aus dem Ausstieg definitiv besiegelt war und man auch in Zukunft weiter auf Kernkraft setzen will.
Da gab's nur ein Problem: Atomkraftwerksbetreiber Engie wollte nicht. Kernenergie sei nicht länger Teil der Strategie, hieß es da.
Premier Bart De Wever und auch der föderale Energieminister Mathieu Bihet haben aber nicht lockergelassen. Und jetzt scheint Catherine MacGregor also einzulenken: Man könne gegebenenfalls eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben, um die wirtschaftlichen, operationellen und sicherheitstechnischen Perspektiven zu prüfen, sagte die Konzernchefin bei der Vorstellung der Jahresergebnisse. Grundbedingung sei aber, dass es einen stabilen, klaren und vorhersehbaren Rahmen gebe; Planungssicherheit also, mit anderen Worten. Und am Ende wird es bei diesen Verhandlungen wohl vor allem auch ums Geld gehen.
Roger Pint