Außenminister Maxime Prévot ist am Mittwoch zu einem Arbeitsbesuch nach Deutschland gereist.
Im Mittelpunkt seines Treffens mit seinem Amtskollegen Johann Wadephul stehen laut einer Mitteilung des Außenministeriums die Vertiefung der belgisch-deutschen Zusammenarbeit, die Unterstützung der Ukraine und die europäische Antwort auf die amerikanischen Handelszölle.
"Belgische Häfen, deutsche Industrie. Belgische Energiekorridore, deutsche Produktionsstandorte. Alles greift ineinander, wie die Zahnräder eines gemeinsamen Motors. Wenn Deutschland hustet, bekommt Belgien Schnupfen. Und umgekehrt", umschrieb Prévot die Bedeutung der Zusammenarbeit der beiden Nachbarländer.
Prévot nimmt in der deutschen Hauptstadt zudem an einer Gedenkveranstaltung am Holocaust-Mahnmal teil. Und er trifft im Staatsballett Berlin mit vier Tänzern zusammen, die aus Belgien stammen.
Kritik an Ungarns Veto
Prévot kritisierte auch die ungarische Haltung in Bezug auf die EU-Finanzhilfe für die Ukraine kritisiert. Ungarn müsse verstehen, dass die Geduld der anderen EU-Mitgliedstaaten sehr schnell aufgebraucht sei, sagte Prévot bei einem Besuch in Deutschland.
Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hatte bekräftigt, dass sein Land ein Veto gegen die Freigabe von EU-Finanzhilfen für die Ukraine einlegen werde. Orban begründete das damit, dass sein Land kein russisches Erdöl mehr über eine Fernleitung erhalte, die durch die Ukraine führt. Prévot warf Orban vor, aus Wahlkalkül die Ukraine und ihre Bevölkerung als Geisel zu nehmen.
In Ungarn findet am 12. April die Parlamentswahl statt.
mitt/belga/moko