Bislang können Schüler an frankophonen Grundschulen in der Wallonie meist zwischen mehreren Sprachen entscheiden, welche sie als erste Fremdsprache lernen wollen. Mehr als 70 Prozent der Schüler wählen Englisch. Niederländisch wählt nur jeder vierte Schüler, zwei Prozent entfallen auf Deutsch.
Um die Sprachfähigkeiten der nationalen Sprache Niederländisch zu fördern, will Glatigny dem Beispiel der Region Brüssel folgen. Dort haben frankophone Grundschüler schon heute keine Wahl. Sie müssen automatisch mit Niederländisch als erste Fremdsprache beginnen.
Schon Glatignys Amtsvorgängerin Caroline Désir von der PS hatte den Plan, wahlweise Niederländisch oder Deutsch verpflichtend als erste Fremdsprache für frankophone Schüler zu etablieren. Ihre Pläne scheiterten nicht zuletzt an der fehlenden Zahl der Lehrkräfte für Niederländisch und Deutsch.
An diesem Lehrermangel hat sich bislang nichts geändert. Beobachter ziehen deshalb schon jetzt in Frage, ob das Vorhaben von Glatigny tatsächlich umzusetzen ist.
Kay Wagner