Rousseau und Vandenbroucke seien beide "gescheiterte Männer", die aber dennoch im "schönen Belgien" weiter Politik machen dürfen, so der US-Botschafter. Bill White spielt mit seiner Kritik an Vandenbroucke auf die Agusta-Affäre an. Wegen dieses Korruptionsskandals war Vandenbroucke 1995 als Minister der damaligen Föderalregierung zurückgetreten.
Conner Rousseau bezeichnet der US-Botschafter als gescheiterten Mann wegen rassistischer Äußerungen. Vor zweieinhalb Jahre hatte Rousseau wegen dieser Äußerungen seine politischen Ämter niedergelegt, wurde im Juli 2024 aber als Vooruit-Vorsitzender wiedergewählt.
Rousseau hatte die Methoden von US-Präsident Trump mit dem Vorgehen der Nazis in Deutschland verglichen. Daraufhin soll es mittlerweile ein Einreiseverbot für Rousseau in die USA geben.
"Der Vergleich mit Nazi-Deutschland wird auch von Historikern gezogen", verteidigte Vandenbroucke am Sonntag die Äußerungen von Rousseau. Das robuste Vorgehen der US-Einwanderungsbehörde ICE gegen die eigenen Bürger seien die gleichen Anzeichen von Demokratieverfall, die ab 1933 auch in Deutschland unter der Nazi-Herrschaft zu beobachten gewesen seien, so Vandenbroucke.
Auf die jüngsten verbalen Attacken des US-Botschafters will Vandenbroucke nicht persönlich reagieren. Er überlasse es Außenminister Maxime Prévot, darüber nachzudenken, wie die weiteren Schritte aussehen sollen. Das sagte Vandenbroucke am Montagmorgen in der VRT. Der US-Botschafter habe inzwischen mehrere rote Linien überschritten.
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