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  • 80 Jahre BRF
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Auch De Wever kritisiert Vorgehen des US-Botschafters in Belgien

23.02.202607:1323.02.2026 - 14:51
  • USA
Der US-Botschafter in Belgien, Bill White, gibt Journalisten ein Interview
Der US-Botschafter in Belgien, Bill White (Bild: Marius Burgelman/Belga)

Auf die Äußerungen des US-Botschafters in Belgien hat jetzt auch Premierminister Bart De Wever reagiert. Die VRT zitiert den Premier mit den Worten, es sei "nicht Aufgabe eines Botschafters, die nationale Politik ständig durcheinanderzubringen".

De Wever hebt hervor, dass die Amerikaner eine andere diplomatische Tradition haben. Dort handele es sich in der Regel nicht um Personen, die eine Karriere in der Diplomatie gemacht hätten und dann Botschafter würden. In den USA entsende der Präsident Vertraute, die bisweilen sehr ausgeprägte politische Meinungen verträten und sich nicht scheuten, diese zu äußern.

"Man kann zwar sagen, dass einem eine Äußerung eines Politikers nicht gefällt. Das ist Meinungsfreiheit. Aber damit politische Sanktionen zu verbinden, scheint mir etwas zu sein, was wir noch nie gesehen haben und was nichts zum normalen Funktionieren zweier Verbündeter auf diplomatischer Ebene beiträgt", so De Wever wörtlich.

Eskalation mit US-Botschafter in Belgien geht weiter

Die Spannungen zwischen dem US-Botschafter in Belgien und Politikern der flämischen Sozialisten von Vooruit gehen weiter. Nachdem am Sonntag zunächst Vize-Premierminister Frank Vandenbroucke von Vooruit seinen Parteivorsitzenden Conner Rousseau gegen Vorwürfe des US-Botschafters verteidigt hatte, schlug der Botschafter verbal zurück.

Rousseau und Vandenbroucke seien beide "gescheiterte Männer", die aber dennoch im "schönen Belgien" weiter Politik machen dürfen, so der US-Botschafter. Bill White spielt mit seiner Kritik an Vandenbroucke auf die Agusta-Affäre an. Wegen dieses Korruptionsskandals war Vandenbroucke 1995 als Minister der damaligen Föderalregierung zurückgetreten.

Conner Rousseau bezeichnet der US-Botschafter als gescheiterten Mann wegen rassistischer Äußerungen. Vor zweieinhalb Jahre hatte Rousseau wegen dieser Äußerungen seine politischen Ämter niedergelegt, wurde im Juli 2024 aber als Vooruit-Vorsitzender wiedergewählt.

Rousseau hatte die Methoden von US-Präsident Trump mit dem Vorgehen der Nazis in Deutschland verglichen. Daraufhin soll es mittlerweile ein Einreiseverbot für Rousseau in die USA geben.

"Der Vergleich mit Nazi-Deutschland wird auch von Historikern gezogen", verteidigte Vandenbroucke am Sonntag die Äußerungen von Rousseau. Das robuste Vorgehen der US-Einwanderungsbehörde ICE gegen die eigenen Bürger seien die gleichen Anzeichen von Demokratieverfall, die ab 1933 auch in Deutschland unter der Nazi-Herrschaft zu beobachten gewesen seien, so Vandenbroucke.

Auf die jüngsten verbalen Attacken des US-Botschafters will Vandenbroucke nicht persönlich reagieren. Er überlasse es Außenminister Maxime Prévot, darüber nachzudenken, wie die weiteren Schritte aussehen sollen. Das sagte Vandenbroucke am Montagmorgen in der VRT. Der US-Botschafter habe inzwischen mehrere rote Linien überschritten.

Mehr zum Thema im Radio-Beitrag im Player:

vrt/belga/mh/kw/sh

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