Der föderale MR-Innenminister Bernard Quintin hatte Ende Dezember aufgrund mangelnder Fortschritte das Aus für das Digitalisierungsprojekt "i-Police" verkündet. Ursprünglich war für die Realisierung von i-Police bis 2027 ein Budget von knapp 300 Millionen Euro vorgesehen.
Quintin teilte in der Folge mit, dass seit 2021 bereits 75,8 Millionen Euro an das mit dem Projekt betraute französische Unternehmen Sopra Steria überwiesen worden waren. Damit seien Beratungsgebühren und Softwarelizenzen bezahlt worden.
Die Zeitungen De Tijd und L'Echo kommen nach der Analyse Dutzender Dokumente und Gespräche mit hochplatzierten Quellen in Polizei und Politik aber auf viel höhere Zahlen: So geht die Polizei selbst offenbar davon aus, dass "i-Police" bis zur Einstellung des Projekts schon 100 bis 200 Millionen Euro gekostet hatte.
Hinzu kommen laut den Recherchen der Zeitungen unvorhergesehene Mehrausgaben durch die Einstellung des Projekts. Zum Beispiel hätte i-Police schon Ende 2024 die wichtigste Datenbank der Polizei ersetzen müssen. Da dies nicht geschah, musste die alte Datenbank weiterbetrieben werden. Allein das soll pro Jahr weitere 13 Millionen Euro kosten. Außerdem habe auch total veraltete Technik ersetzt werden müssen, was weitere Dutzende Millionen Euro koste.
Boris Schmidt