Die Sûreté kümmert sich in der Regel um die "großen" Bedrohungen in Belgien, also Terrorismus, Spionage, gewaltbereiter Islamismus oder organisierte Kriminalität. Dass der Inlandsgeheimdienst jetzt ausdrücklich vor einem Online-Phänomen warnt, das sich unter Jugendlichen ausbreitet, ist eher neu.
In letzter Zeit gibt es vermehrt Berichte über extreme Gewalttaten, die von manchmal sehr jungen Menschen begangen werden, die offenbar im Internet dazu gezielt angestachelt wurden. Die Jugendlichen dokumentieren diese Taten dann auch. Je grausamer die Bilder, desto größer das Ansehen innerhalb der Gruppe.
Und tatsächlich habe es auch intern eine Diskussion darüber gegeben, ob man sich auf diese sadistischen Chatgruppen konzentrieren soll, bestätigt Francisca Bostuyn, die Direktorin der Sûreté, in der Zeitung De Standaard. Man sei aber zu dem Schluss gekommen, dass es sich nicht um reine Gewalttaten handelt, sondern dass dahinter ein ideologischer Kern steckt.
Dafür hat die Sûreté auch einen Namen: "nihilistischer Extremismus". Konkret erkenne man Elemente aus verschiedenen extremistischen Strömungen, von Rassismus und Antisemitismus bis hin zum Satanismus. In Belgien wurde bislang rund ein Dutzend Verdächtige identifiziert.
Roger Pint