Eigentlich dachte man, die Finanzierung der Beseitigung des nuklearen Erbes sei ein für alle Mal geregelt. Im vergangenen Jahr besiegelten der französische Energiekonzern Engie und der belgische Staat ein entsprechendes Abkommen. Demnach muss Engie einmalig 15 Milliarden Euro für die Entsorgung bzw. Endlagerung des radioaktiven Abfalls zahlen.
Doch muss das Unternehmen auch den Rückbau der Kernkraftwerke finanzieren, die nicht mehr genutzt werden. Bislang wurden dafür 8,7 Milliarden vorgesehen. Doch wird diese Rücklage nicht reichen. Zu diesem Schluss kommt das Nationale Institut für die Entsorgung radioaktiven Abfalls NERAS in einem neuen Gutachten, das die Zeitungen L'Echo und De Tijd einsehen konnten.
Nach den Berechnungen der Experten können sich die Kosten demnach auf bis zu 12 Milliarden Euro belaufen, sprich: Es müssten 3 Milliarden extra eingeplant werden. Dieses Gutachten sei jetzt an die zuständige "Kommission für nukleare Rückstellungen" CNV weitergeleitet worden, die die Aufsicht über die Finanzierung der nuklearen Altlasten hat.
Engie selbst soll laut dem Pressebericht die möglichen Zusatzkosten schon als "unannehmbar" bezeichnet haben. Offiziell verweist der Konzern darauf, dass es sich um ein vorläufiges Gutachten handele, das zudem nicht bindend sei.
Roger Pint