Papst Franziskus will im nächsten Jahr Belgien besuchen. Das hat die offizielle Nachrichtenseite Vatican News mitgeteilt. Demnach sagte der Papst in einem Interview mit dem mexikanischen Fernsehsender Nmas, er wolle 2024 drei Länder besuchen: Argentinien, Polynesien und Belgien. König Philippe und Königin Mathilde waren im September zu einer Privataudienz beim Papst und hatten ihn nach Belgien eingeladen.
Den letzten Besuch eines Papstes in Belgien gab es 1995. Damals war Papst Johannes Paul II. wegen der Seligsprechung von Pater Damian nach Brüssel gekommen. Zehn Jahre davor war Johannes Paul schon einmal in Belgien gewesen und hatte unter anderem Lüttich und Banneux besucht. Papst Benedikt XVI. war während seines Pontifikats kein Mal in Belgien.
Reaktionen
Die Ankündigung hat erste Reaktionen hervorgerufen. Die flämische Vooruit-Abgeordnete Hannelore Goeman sagte, der Besuch sei für den Papst eine einmalige Gelegenheit, den Opfern von sexuellem Missbrauch die Anerkennung zukommen zu lassen, auf die sie warten, indem er sich formell bei ihnen für das Leid entschuldige, das sie ertragen mussten. Hannelore Goeman ist Vorsitzende des Sonderausschusses des flämischen Parlaments zum sexuellen Missbrauch in der Kirche und in flämischen Einrichtungen.
Der Rektor der KU Löwen, Luc Sels, erklärte, der Besuch werden die Gelegenheit bieten, mit dem Pontifex über gesellschaftliche Fragen zu sprechen, beziehungsweise über Probleme in der Kirche, Flüchtlinge, Nachhaltigkeit und geopolitische Konflikte.
Obwohl das Programm noch ausgefeilt werden muss, dürfte die Katholische Universität Löwen im Mittelpunkt des kurzen Aufenthalts des Papstes sein, da dieser anlässlich des 600. Jahrestags der Gründung der KU Löwen geplant ist. Die beiden Einrichtungen KU Löwen und UC Louvain feiern den Jahrestag 2025.
belga/est/cd