US-Abtreibungsurteil: Auch Belgien besorgt

Die Entscheidung des Obersten US-Gerichts, das grundsätzliche Recht auf Abtreibung aufzuheben, trifft auch in Belgien auf Unverständnis.

Demonstration gegen das Abtreibungs-Urteil in Portland, Oregon (Bild: John Rudoff/AFP)

Demonstration gegen das Abtreibungs-Urteil in Portland, Oregon (Bild: John Rudoff/AFP)

Premier Alexander De Croo zeigte sich wegen der Entscheidung äußerst besorgt. Ein Verbot führe nicht zu weniger Abtreibungen, sondern zu unsicheren medizinischen Eingriffen. De Croo unterstrich, dass Belgien sich weiterhin für sexuelle Rechte einsetzen werde.

Die frankophonen Sozialisten in der Kammer fordern, dass das Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch in der belgischen Verfassung noch besser als bislang verankert wird. Es müsse verhindert werden, dass Grundrechte zurückgenommen werden könnten. Dazu sollen eine Reihe Experten und Verfassungsrechtler zusammen gebracht werden.

Der PS-Vorsitzende Ahmed Laaouej nannte die Entscheidung in den USA eine „weltweite Katastrophe“. Laaouej fordert, dass das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Kommission zur Verfassungsänderung gesetzt wird.

belga/dop