Erste Hitzewelle des Jahres steht bevor – Belgien ist vorbereitet

Eine erste Hitzewelle ist im Anmarsch. Höhepunkt soll der Samstag werden, an dem es laut Vorhersagen mancherorts bis zu 36 Grad heiß werden soll. Unvorbereitet wird diese Hitzewelle Belgien nicht treffen. Überall im Land sind erste Vorbereitungen bereits getroffen.

Hitzewelle (Illustrationsbild: © Bildagentur PantherMedia / Günter Albers)

Illustrationsbild: © Günter Albers/PantherMedia

Keiner soll sagen, er hätte in diesem Sommer nicht geschwitzt. Egal, wie die kommenden Wochen und Monate vom Wetter her noch werden: Ein paar Hochsommertage sind Belgien jetzt schon sicher.

Grund dafür ist eine warme Luftmasse, die von der Sahara bis nach Europa gekommen ist. Schon seit einigen Tagen sorgt sie in Spanien und Frankreich für äußerst hohe Temperaturen. In Belgien war sie bislang blockiert durch ein Tief, das über dem Ärmelkanal hing. Das zieht langsam Richtung Osten und macht den Weg frei für die Luft aus der Sahara.

Umweltagentur Celine löst Warnphase aus

Dass es zu dieser Jahreszeit in Europa so heiß werden kann, wird noch begünstigt durch die aktuell langen Tage und den trockenen Boden, der nicht genug Feuchtigkeit besitzt, um die heiße Luft abzukühlen.

Am Freitag werden bis zu 30 Grad, am Samstag sogar bis zu 36 Grad erwartet. Am Sonntag bleibt es warm, soll aber nicht mehr so heiß werden. Für die Interregionale Umweltagentur Ircel-Celine sind damit die Voraussetzungen gegeben, um die sogenannte Warnphase des Plans für Hitzespitzen und Ozon für die kommenden Tage auszurufen. Am Mittwoch hat die Agentur das getan.

„Dieser Plan sieht vor allem vor, dass die Bevölkerung über Vorsichtsmaßnahmen informiert werden soll“, erklärt Philippe Maetz von der Umweltagentur in der RTBF. „Dass man mehr trinken soll, grundsätzlich mehr auf die Problematik der Hitze achten und am besten so häufig wie möglich im Schatten bleiben soll, um nicht unter der großen Hitze zu leiden.“

Tipps bei Hitze

  • Mehr Wasser trinken
  • Innen bleiben oder zumindest im Schatten
  • Keinen Sport im Freien treiben
  • Wohnräume tagsüber verdunkeln
  • Den Körper durch Duschen abkühlen
  • Leichte Mahlzeiten zu sich nehmen

Hitzeplan für den Bausektor

Die Umweltagentur ist nicht allein bei ihrer Reaktion im Vorfeld der anstehenden Hitzewelle. Auch im Baugewerbe hat man auf die Vorhersagen reagiert. Dort sind die Mitarbeiter oft bei Wind und Wetter an der Arbeit, und eben auch bei großer Hitze. Damit diese aber besser erträglich wird, hat der Arbeitgeberverband Konföderation Bau einen Hitzeplan entwickelt.

Für die kommenden Tage mit den äußerst hohen Temperaturen rät Marc Dewilde von der Konföderation Bau allen Bauunternehmen, diese Empfehlungen umzusetzen. „Wir empfehlen, etwas früher als sonst mit der Arbeit zu beginnen, damit auch früher Feierabend gemacht werden kann, den Mitarbeitern mehr Pausen zu ermöglichen, Wasser und andere kühle Getränke zur Verfügung zu stellen. Für Rotation bei der Arbeit zu sorgen, damit die gleiche Person nicht die ganze Zeit in der prallen Sonne arbeiten muss, und auch zu versuchen, so viel wie möglich bereits in der Werkstatt zu erledigen statt auf der Baustelle.“

Dass die hohen Temperaturen am Samstag tatsächlich außergewöhnlich für die Jahreszeit sein werden, verdeutlicht die Statistik für die Brüsseler Referenzgemeinde Uccle. Die Zeitung La Libre Belgique gibt am Donnerstag an, dass die bislang gemessene Höchsttemperatur in Uccle an einem 18. Juni derzeit bei 32,9 Grad Celsius liegt. Dieser Rekord könnte überboten werden. Für Uccle werden für Samstag zwischen 33 und 34 Grad vorhergesagt.

Kay Wagner