Studie: Davor fürchten sich die Belgier am meisten

Fast jeder Mensch hat vor irgendetwas Angst. Wer es nicht hat, kann sich glücklich schätzen. Allerdings soll Angst wohl auch ein Zeichen von Intelligenz sein. Denn wer klug ist, denkt auch mal darüber nach, was da noch kommen könnte. Man hat jetzt auch erforscht, welche Ängste die Menschen haben - in Belgien sowie weltweit.

Biene (Illustrationsbild: © Bildagentur PantherMedia / 4masik)

Illustrationsbild: © Bildagentur PantherMedia / 4masik

Zwei weltweite Studien haben sich mit den schlimmsten Phobien der Menschen beschäftigt, von den häufigsten bis zu den seltenen. Dabei wurden Klaustrophobie und Trypophobie in allen 41 Ländern genannt, die an der Expertenstudie von PsychicWorld.com teilgenommen haben. Klaustrophobie – die Angst vor engen und geschlossenen Räumen – ist sehr bekannt.

Was ist Trypophobie?

Die Trypophobie ist da eher eine Überraschung. Das ist die Angst vor Löchern – aber nicht Löcher in der Straße. Menschen mit einer Trypophobie fühlen sich unwohl, wenn sie Bilder oder Gegenstände mit vielen kleinen Löchern oder kleinen geometrischen Mustern sehen, die sehr eng beieinander liegen, wie zum Beispiel ein Schwamm oder eine Bienenwabe.

Diese Pathologie soll häufig vorkommen, da elf Prozent der Männer und 20 Prozent der Frauen daran leiden, heißt es. Wer nach dem Begriff Trypophobie im Internet sucht, bekommt neben Bienenwaben vor allem Pflanzen mit Löchern, aus denen kleine Samenkörner rausschauen, angezeigt. Eher amüsant ist, dass auch Luftpolsterfolie dazu zählt. Offenbar gibt es also auch Menschen, die Angst vor Luftpolsterfolie haben.

Wie kann man nun die Trypophobie erklären? Eventuell kommen evolutionäre Gründe in Frage: Seuchen wie die Pocken, Masern oder Typhus hinterlassen auf der Haut zahlreiche unregelmäßig geformte Flecken oder Löcher, die auf eine Krankheit hinweisen. Auch Parasitenbefall durch Zecken, Würmer oder Fliegenlarven erzeugen entsprechende Wunden. Vielleicht erklärt das auch, warum wir gerne sagen, dass ‚alles glatt verlaufen‘ ist.

Angst-„Hitliste“ – davor fürchten sich die Belgier am meisten

Laut einer anderen von All About Cats berechneten weltweiten Rangliste ist die häufigste Phobie in Belgien die Agoraphobie: die Angst vor öffentlichen Plätzen oder Menschenmengen.

Das ist auch insgesamt die größte Angst weltweit. Gefolgt von Xenophobie, der Angst vor Ausländern. Diese ist zu verstehen als die Angst vor allem, was fremd oder seltsam ist, und nicht nur vor Menschen. Die Klaustrophobie schließt diese weltweite Top Drei ab.

Die Studie zeigt zudem, dass die größte Tierphobie der Belgier die Arachnophobie ist, also die Angst vor Spinnen. Das ist aber kein typisch belgisches Phänomen, sondern die Nummer 1 in fast allen Ländern. Die irrationale Angst vor Katzen hingegen wird als „Ailurophobie“ bezeichnet: Selbst wenn es sich um die süßesten Kätzchen handelt, flieht die betroffene Person vor ihnen. Die Phobie vor Hühnern hat den Namen „Alektorophobie“. Beides ist als Angst in Belgien kaum verbreitet.

Eine sehr seltene Phobie in Belgien ist die Ombrophobie. Das ist die Angst vor Regen.

Eine Phobie die weltweit selten ist, aber doch vorkommt, ist die Angst vor zu langen Wörtern, die zu viele Silben enthalten. Das betrifft Menschen mit Leseschwäche. Der Fachbegriff: Sesquipedalophobie.

dh/spektrum/mz