Devillé erhebt schwere Vorwürfe gegen die katholische Kirche

Die parlamentarische Sonderkommission, die insbesondere die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche beleuchten soll, hat ihre Arbeit mit einem Paukenschlag aufgenommen.

Rik Devillé vor dem parlamentarischen Sonderausschuss

Rik Devillé vor dem parlamentarischen Sonderausschuss

Angehört wurde bei dieser ersten Sitzung Rik Devillé, ein Priester im Ruhestand, der schwere Vorwürfe gegen die katholische Kirche erhob. Kirchenverantwortliche hätten Klagen über sexuellen Missbrauch durch Geistliche konsequent nicht ernst genommen. Es sei gar so, dass gerichtliche Ermittlungen regelrecht sabotiert wurden.

Seit Jahren führt der ehemalige Pastor von Buizingen einen Kampf gegen sexuellen Missbrauch in der Kirche. Devillé gründete auch die Arbeitsgruppe „Menschenrechte in der Kirche“. Es war bestimmt kein Zufall, dass Devillé als erster angehört wurde.

„Das hat System“

427 Klagen hat Devillé nach eigenen Angaben seit 1999 entgegengenommen. Im Wesentlichen Klagen von Menschen, die Opfer von sexuellen Übergriffen durch katholische Geistliche geworden sind. Tausend Briefe habe er in diesen Angelegenheiten an die verschiedenen Kirchenverantwortlichen adressiert. Die Antworten waren immer dieselben: „Wir können für Sie leider nichts tun“ oder „Wir wissen von nichts“. Das beklagt auch das Missbrauchsopfer Linda Opdebeeck.

Devillé ging noch weiter: Seinen Informationen zufolge seien auch gerichtliche Ermittlungen konsequent gestört und sabotiert worden. Aussageprotokolle seien verändert, Polizisten von Akten abgezogen worden.

Das Echo auf diese Anschuldigungen ist gespalten. Die eine sehen in Devillé einen Kronzeugen, andere – wie der CD&V-Politiker und Kirchenrechtler Rik Torfs – sehen einen Mann, der seine offenen Rechnungen mit der Kirche begleichen will.

Missbrauch in der Kirche ist ein Teilaspekt der Aufgabe des Sonderausschusse. Beleuchtet werden alle Fälle von Missbrauch, die sich im Rahmen einer Beziehung zwischen einer Autoritätsperson und einem minderjährigen Schutzbefohlenen ereignet haben. Heute werden Vertreter von Organisationen angehört, die sich um Inzestopfer kümmern.

Bild: belga

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