Studenten entwickeln Hundefutter aus Insekten

"Mein Hund, die Öko-Sau", so titelte vor Kurzem das Nachrichtenmagazin 'Der Spiegel'. In dem Artikel ging es darum, dass Haustiere, vor allem Katzen und Hunde, jedes Jahr rund eine Million Tonnen Fleisch fressen - und so die Klimakrise verschärfen. Was könnte man da tun? Zwei Studenten der Uni Gent haben sich überlegt, dass Insekten eine gute Alternative sein könnten.

Hund (Illustrationsbild: © Bildagentur PantherMedia / HayDmitriy)

© Bildagentur PantherMedia / HayDmitriy

Achilles Hannecart und Jack Lathouwers sind mit dem Startup-Preis der Universität Gent ausgezeichnet worden für die Entwicklung von Tiernahrung auf Basis von Insekten. „Mehlwürmer und Heuschrecken sind eine nachhaltige Alternative zu Hühnchen und Rindfleisch. Hunde werden den Unterschied nicht schmecken“, sagen die Jungunternehmer.

Von Natur aus fressen Hunde eigentlich keine Insekten, was aber nicht heißt, dass sie sie nicht verdauen. Denn ihr Verdauungstrakt ist sowohl für die Verwertung von Fleisch als auch für pflanzliche Kost ausgelegt. Es ist vielmehr das fehlende Interesse, das problematisch ist. Deshalb hat es die Studenten auch einige Mühe gekostet, das Futter zu entwickeln und den richtigen Geschmack hinzukriegen, wie sie in einem Interview mit Radio 2 gesagt haben. Die Herausforderung sei, dass die Insekten im Trockenfutter nicht mehr erkennbar sind. Der Hund darf also nicht sehen, was drin ist in seinem Futter, sonst frisst er es nicht.

Geschmack

Das Futter schmeckt nach Huhn oder Rindfleisch oder nach dem, woraus üblicherweise das Futter hergestellt wird. Da kommen vermutlich Aromastoffe zum Einsatz, die genaue Rezeptur verraten die Studenten natürlich nicht. Für die Entwicklung des Futters haben sie aber mit der Veterinärmedizinischen Fakultät der Uni Gent und mit Tierärzten zusammengearbeitet, um sicherzustellen, dass der Nährwert stimmt. Insekten sind auf alle Fälle eine gute Proteinquelle und sie liefern wertvolle Vitamine und Mineralstoffe.

Für den Geschmackstest selbst wurde der Hund selbst zu Rate gezogen. Der entscheidet am Ende ja auch über Erfolg oder Misserfolg des Produkts. Es galt sicherzustellen, dass das Futter die ideale Geschmackskombination hat.

Katzen übrigens sind in dem, was sie fressen und was nicht, wählerischer als Hunde, so zumindest ist die Erfahrung der Studenten. An der Entwicklung von Katzenfutter auf Insektenbasis müssen sie noch etwas weiter arbeiten, haben sie im flämischen Radio gesagt. Obwohl es Rezepte für Katzenfutter aus Insekten gibt, ist es bislang noch niemandem gelungen, welches herzustellen, das der Mieze schmeckt.

Markteinführung im März

Das Startup-Unternehmen von Achilles und Jack heißt „Gutsy“ und wurde bereits im Sommer gegründet. Dass sie jetzt den Preis bekommen haben, dürfte ihnen Auftrieb geben. Die Markteinführung ist tatsächlich für März plant – erstmal als Online-Shop. Aber, wie die Jungs sagten, sind auch größere Supermarktketten auf sie aufmerksam geworden und sind interessiert daran, das Produkt zu vermarkten.

Wofür der Markenname steht, haben die Studenten übrigens so erklärt: „To have oder to take the guts“ bedeutet in der englischen Sprachen: den Mumm haben, sich was trauen. Der Slogan zum Insekten-Hundefutter soll lauten: „It takes guts to try insects“.

vrt/jp