Nationaler Aktionstag der Gewerkschaften: Öffentlicher Verkehr stark beeinträchtigt

Mit dem Abflauen der Coronakrise sehen auch die Gewerkschaften die Möglichkeit, wieder sichtbarer auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen. Sprich öffentlichkeitswirksam und vor allem spürbar die Muskeln spielen zu lassen. Anlass ist auch dieses Mal wieder ein alter Bekannter: das Lohngesetz von 1996.

Aktionstag der Gewerkschaften: Warten auf die Bahn in Brüssel (Bild: Hatim Kaghat/Belga)

Aktionstag der Gewerkschaften: Warten auf die Bahn in Brüssel (Bild: Hatim Kaghat/Belga)

Etwa 15.000 Gewerkschaftsangehörige sind am Freitag einem Aufruf der FGTB gefolgt und nehmen in Brüssel an einer Demonstration gegen die Lohnpolitik teil. Der Demonstrationszug zieht vom Nordbahnhof durch das Zentrum der Hauptstadt. Ziel ist der Südbahnhof.

Die Protestierenden verlangen eine Reform des Gesetzes zur Regulierung der Lohnentwicklung im Privatsektor. Das Gesetz ist von 1996 und verhindert nach Ansicht der Gewerkschaften eine signifikante Steigerung der Löhne.

Unter den Demonstranten sind viele Mitarbeiter der Nahverkehrsunternehmen. In der Wallonie und in Brüssel kommt es daher zu empfindlichen Störungen im öffentlichen Transport.

In Brüssel verkehren derzeit nur eine Metrolinie sowie einige Busse und Straßenbahnen. In der Wallonie werden viele Tec-Depots bestreikt. Besonders betroffen sind Charleroi, Mons und Lüttich. Streikbedingte Störungen im Zugverkehr wurden bisher nicht gemeldet.

rtbf/schb/sh