Belgier möchte Gebrauchträdermarkt aufmischen

Das Fahrrad hat in den letzten Jahren an Popularität gewonnen - und das auch weil man mit E-Bikes auch die anspricht, die nicht so viel Kraft in den Beinen haben. Doch Lieferengpässe betreffen auch neue Fahrräder. Wenn ein Modell nicht auf Lager ist, kann es lange dauern, bis es geliefert wird. Ein Belgier möchte dafür eine Lösung anbieten.

Fahrrad (Illustrationsbild: © Bildagentur PantherMedia / mihtiander)

Illustrationsbild: © Bildagentur PantherMedia / mihtiander

Technische Innovationen müssen nicht immer aus dem Silicon Valley kommen. Michaël Leidensdorf aus Brüssel hat kürzlich die Internetseite veloo.com ins Leben gerufen, eine Internetplattform für gebrauchte Fahrräder. Angesichts der hohen Kosten für ein neues Fahrrad und der langen Lieferzeiten setzt er auf den Online-Verkauf von Second-Hand-Rädern. Die Plattform soll den Online-Verkauf oder -Kauf von gebrauchten Fahrrädern vereinfachen – ähnlich wie zum Beispiel die Plattform Vinted für Kleidung. Seine Ambition ist aber, das AutoScout für Fahrräder zu werden.

Lieferung

Der Gründer wirbt damit, dass veloo.com sich um den Transport des verkauften Fahrrads kümmert und eine kostenlose und sichere Transaktion garantiert. Konkret macht der Verkäufer ein Foto des Fahrrads, legt einen Preis fest und stellt die Anzeige mit seinem Smartphone oder Computer online. Sobald das Fahrrad verkauft ist, organisiert veloo.com die Abholung des Fahrrads beim Verkäufer und liefert es an den Käufer in den Benelux-Staaten.

Die Zahlung erfolgt online und die Plattform behält den Betrag bis zur Lieferung ein. Eine Lieferung kostet 59 Euro. Das heißt, ein Fahrrad aus Amsterdam wird zu diesem Preis auch nach Ostbelgien geliefert, oder umgekehrt. Laut Michaël Leidensdorf übernehmen zurzeit die Mehrheit der Verkäufer die Versandkosten selbst. Aber zurzeit werden fast ausschließlich Fahrräder im vierstelligen Bereich verkauft, mit Preisnachlässen von 10 bis fast 50 Prozent im Vergleich zum Neupreis.

Diebstahl

Man kann auf der Plattform kein Fahrrad anonym verkaufen. Man muss ein Konto anlegen und eine Kontonummer angeben. Veloo weiß aber auch, dass jährlich Tausende Fahrräder alleine in Belgien gestohlen werden – und es werden immer mehr. Das veloo.com-Team will deshalb ständig prüfen, ob es verdächtige Angebote auf der Plattform gibt. 100-prozentige Sicherheit gebe es aber nie.

Versicherung

Wenn die Plattform ein Erfolg wird, dann kann es sein, dass man bald schon seine Fahrradversicherung beim Kauf mit abschließen kann. Soweit ist es noch nicht, aber das kann interessant für Versicherer sein.

Nicht weniger als 21 Millionen neue Fahrräder werden jedes Jahr in Europa verkauft. In Belgien und den Nachbarländern gibt es 110 Millionen aktive Fahrräder, und es wird erwartet, dass das Leasing von Fahrrädern für Unternehmen den Markt für gebrauchte Fahrräder in den kommenden Jahren auch noch ankurbeln wird. Also da ist was zu holen. Aber dafür muss die Seite erst mal ein Erfolg werden. Veloo plant aber auch schon den Markteintritt in Frankreich und Deutschland.

meuse/mz