Rahmentarifabkommen für den Privatsektor: Zählfehler könnte FGTB-Zustimmung ungültig machen

Ein möglicher Fehler bei der Auszählung der Stimmen könnte Folgen für das Rahmentarifabkommen für den Privatsektor haben. Betroffen ist die sozialistische Gewerkschaft FGTB. Am Dienstag hatten die drei Gewerkschaften des Landes ihre jeweilige Basis zu dem Abkommen befragt. Bei der sozialistischen Gewerkschaft hatten sich die Befürworter nach der ursprünglichen Zählung nur mit einem hauchdünnen Vorsprung durchsetzen können. Dieser Vorsprung könnte sich jetzt aber als falsch herausstellen.

FGTB (Illustrationsbild: Nicolas Lambert/Belga)

Illustrationsbild: Nicolas Lambert/Belga

Nach der offiziellen Zählung am Dienstag hatten die Gewerkschaftsmitglieder der FGTB das Abkommen mit nur 0,05 Prozent Vorsprung gebilligt- 49,06 Prozent „Ja“-Stimmen, 49,01 Prozent „Nein“-Stimmen.

Wie aber eine Gewerkschaftsquelle der Zeitung La Dernière Heure berichtete, sollen die Listen mit den Abstimmungsdetails zeigen, dass über 800 „Nein“-Stimmen von der Jugendsektion der wallonischen Interregionalen fälschlicherweise als Enthaltungen gezählt worden sind. Die FGTB selbst hat der Zeitung bestätigt, dass es zu einem Fehler gekommen sei. Wie die Gewerkschaftssprecherin Aïcha Magha mitteilte, seien diese Stimmen sehr spät gekommen, weswegen sie möglicherweise falsch erfasst worden seien.

Seit 15 Uhr berät der FGTB-Vorstand auf föderaler Ebene über den Vorfall. Laut der Sprecherin wäre das zwar eine „Katastrophe“ für die FGTB, aber möglicherweise müsse die Abstimmung für ungültig erklärt werden.

Die Nachrichtenagentur Belga meldet außerdem unter Berufung auf nicht genannte Quellen, dass die sozialistische ACOD Gent am Dienstag geschlossen mit „Nein“ gestimmt haben soll – aber als „Ja“ gezählt wurde. Das hat die FGTB aber noch nicht bestätigt.

Boris Schmidt