Out of office: Arbeiten nach dem Lockdown

Vor einem Jahr wurde das Arbeiten von zu Hause aus in Belgien zur "Norm".  Immer mehr Arbeitsspezialisten sind sogar überzeugt, dass auch nach Corona das Homeoffice-Büro nicht abgebaut wird.

Homeoffice (Illustrationsbild: Barbara Gindl/APA/AFP)

Illustrationsbild: Barbara Gindl/APA/AFP

Viele Unternehmen sind positiv überrascht, wie gut das Arbeiten von zu Hause funktioniert hat. Arbeit wurde erledigt, die Organisation in Betrieben ist nicht zusammengebrochen. Viele Unternehmen haben ihrem Arbeitsvermittlerdienst berichtet, dass ihr Misstrauen gegen das Homeoffice im Lockdown geschwunden ist. Viele Angestellte haben bewiesen, wie flexibel sie sind.

Es soll da ja auch Menschen geben, die sich nicht mehr trauen, vom Computer oder Telefon wegzugehen, weil sie befürchten, beim „Nichts-Tun“ erwischt zu werden. Dabei ist es auch im Büro nicht ungewöhnlich, wenn man zum Kühlschrank, zur Kaffeemaschine oder zur Toilette geht.

Für die Menschen im Homeoffice gibt es Vor- und Nachteile. Eine Umfrage der Harvard Business Review unter 1.500 Angestellten in 46 Ländern ergab, dass 85 Prozent sagen, dass ihr Wohlbefinden abgenommen hat und mehr als die Hälfte Schwierigkeiten hat, Arbeit und Privatleben unter einen Hut zu bringen. Wenn man früher den Computer zugeklappt hat und das Büro verlassen hat, war das ein Zeichen dafür, dass der Arbeitstag beendet ist. Jetzt ist es nicht ungewöhnlich, dass man noch spät abends Mails schreibt. Was nicht heißt, dass die auch beantwortet werden. Aber grundsätzlich legen Mitarbeiter auch bei der Telearbeit wert auf geregelte Bürozeiten.

Ob uns das Homeoffice gefällt, hängt aber auch von der Jahreszeit ab. Im Sommer ist die Kaffeepause im Garten oder auf der Terrasse ganz angenehm. An kalten trüben Wintertagen ist es im Büro irgendwie angenehmer.

Es gibt Unternehmen, die ihre Arbeitsordnung angepasst haben. Abhängig von der Funktion im Betrieb kann man einen oder bis zu vier Tage pro Woche zu Hause arbeiten. Der Energieversorger Eneco zum Beispiel hat ein 40-40-20-System eingeführt. 40 Prozent der Zeit muss man im Büro sein. 40 Prozent zu Hause und über die restlichen 20 Prozent kann man selber verfügen. Eine Umfrage der Zeitung De Morgen hat ergeben, dass viele Unternehmen ein System anstreben, bei dem man zwei bis drei Tage pro Woche im Büro ist.

Zwei Büroeinrichtungen

Unternehmen stellen in der Regel Computer und Bürostühle zur Verfügung. Manche bezahlen auch Teile der Strom- und Gasrechnung. Dafür sparen die Unternehmen zum Beispiel bei der Kilometerpauschale. So richtig viel sparen die Betriebe, die einen Teil ihrer Büroräume nicht mehr mieten müssen.

Experten warnen vor Sicherheitsproblemen nämlich dann, wenn sensible Informationen zu Hause rumliegen, oder Daten in einem nicht gesicherten Netzwerk gespeichert werden. Aus Angst vor Diebstahl stellen sich Unternehmen auch schon die Frage, ob man dem Mitarbeiter zu Hause eine Alarmanlage einrichtet. Da muss der Staat auch rechtlich noch einiges klären – nämlich, wie so etwas als geldwerter Vorteil versteuert wird.

Manuel Zimmermann