Amazon legt erst jetzt richtig in Belgien los

Einer der größten Online-Versandhändler der Welt hält jetzt Einzug in die Niederlande. Und damit auch in Flandern. Kaum zu glauben, dass der Großteil der Belgier Amazon noch entdecken muss.

Hochkonjunktur bei Amazon (Bild: Chris J. Ratcliffe/AFP)

Hochkonjunktur bei Amazon (Bild: Chris J. Ratcliffe/AFP)

In Ostbelgien kaufen Amazon-Kunden üblicherweise auf der deutschen Amazon-Seite ein. In frankophonen Landesteil sucht man auf der Webseite von Amazon-Frankreich.
Der niederländische Sprachraum wurde von Amazon bislang nicht richtig in Angriff genommen. Es gab und gibt zwar die Internetadresse amazon.nl. Aber da konnte man bisher nur E-Books kaufen.

Die Beschränkung darauf hat nun ein Ende: Amazon bietet seinen niederländischen Kunden das volle Programm und wirbt mit einer Auswahl von 100 Millionen Produkten. Also physischen Waren zum Anfassen. Man darf gespannt sein, ob Amazon Fuß fassen wird. Denn in Flandern und in den Niederlanden haben sich Onlinehändler wie Bol.com oder Coolblue durchgesetzt.

Für sie kommt jetzt ein neuer starker Wettbewerber aufs Spielfeld. Und der könnte den bisherigen Platzhirschen in den Niederlanden und Flandern sehr weh tun. Denn Bol.com hat zum Beispiel nur 16 Millionen Produkte im Angebot. Weltweit hat Amazon aber 600 Millionen Produkte.

Für die Kunden in Belgien bedeutet das erstmal Preiskampf. Bol.com hat seine Preise schon gestern angepasst, da Amazon im Schnitt zwei Prozent günstiger ist. Dazu hatte die Konsumentenseite Tweakers 17.000 Produkte verglichen. Und eine Feststellung war, dass die meisten Produkte den identischen Preis hatten, wie auf der deutschen Amazon-Seite.

In Ostbelgien kann es sich für echte Sparfüchse lohnen, sich das Angebot mal genauer anzuschauen. Denn wenn man über Amazon-Deutschland Produkte nach Belgien schicken lässt, kommen manchmal Portokosten hinzu, die es in Deutschland nicht gibt. Um das zu umgehen, konnten deutschsprachige Kunden in Belgien eine sogenannte Prime-Mitgliedschaft nutzen. Mit einer monatlichen Abo-Gebühr erhält man als Gegenleistung die kostenlose und schnelle Lieferung von Millionen von Produkten ohne Mindestbestellwert.

Nur auf der deutschen Seite bezahlt man da 5,99 Euro im Monat. Auf der niederländischen aber nur 2,99 Euro. Also drei Euro weniger. Ein echter Kampfpreis.
Aber selbst wenn man darauf verzichtet, gibt es einen Unterschied. Auf der deutschen Seite gilt für portofreie Bestellungen ein Mindestbestellwert von 29 Euro. Auf Amazon.nl nur 20 Euro.

Bestellungen über Amazon.nl werden aus dem neuen Amazon-Verteilzentrum im deutschen Mönchengladbach nach Belgien geliefert. Also gar nicht so weit weg von Ostbelgien.

 

amazon/tweakers/hln/mz/cs