Adriaenssensbericht löst Welle von Missbrauchsklagen aus

Seit der Abschlussbericht der Adriaenssenskommission vorliegt, sind über 50 neue Klagen über sexuellen Missbrauch eingereicht worden.

Der Großteil davon fand innerhalb der katholischen Kirche statt. Die föderale Staatsanwaltschaft hat bestätigt, dass alle Opfer angehört werden sollen und dass die Fälle strafrechtlich verfolgt werden sollen. Allerdings ist ein Großteil der Taten wahrscheinlich verjährt.

Der Bericht der Adriaenssenskommission hatte erstmals einen Überblick über Dauer und Ausmaß des Missbrauchs innerhalb der katholischen Kirche ermöglicht. Dadurch wurden offenbar viele Opfer ermutigt, ihr Schweigen zu brechen.

Weitere kirchliche Schulen mit Missbrauchsfällen

In den 80er Jahren soll es auch in der Abteischule von Zevenkerken bei Brügge Fälle von sexuellem Missbrauch gegeben haben. Ein ehemaliger Schüler behauptet, vier Jahre lang von einem Erzieher missbraucht worden zu sein. Frühere Mitschüler haben die Aussage bestätigt.

Das mutmaßliche Opfer sagte weiter aus, es habe sich sicher nicht um einen Einzelfall gehandelt. Die Abteischule von Zevenkerken hat den Ruf einer Eliteschule. Vor allem Adelige schicken ihre Kinder dorthin. Unter anderem besuchten die Prinzen Philippe und Laurent die Einrichtung.

Auch am „Klein Seminar“ in Hoogstraten in der Provinz Antwerpen soll ein Pater Kinder sexuell missbraucht haben. Die Schüler wurden darüber in einem Brief informiert. Die Fälle gehen auf die 50er und 60er Jahre zurück. Der beschuldigte Geistliche besucht die Schule bis heute regelmäßig. Jetzt erhielt er dort Hausverbot.

vrt/sh - bild:epa

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