Weihnachtsmarktzeit: Hochkonjunktur für Taschendiebe

Es ist Weihnachtsmarktzeit: Glühwein- und Imbissbudenbesitzer freuen sich über hohe Umsätze, genauso wie die Verkäufer von Dingen aller Art: hübsch oder hässlich, handwerklich hergestellt oder per Container aus China importiert. Doch auch für eine ganz besondere Berufsgattung herrscht jetzt ebenfalls Hochkonjunktur: Taschendiebe!

Taschendieb in Aktion (Illustrationsbild: © Bildagentur PantherMedia / Andriy Popov)

Vorsicht auch auf dem Weg zum Weihnachtsmarkt. Die Diebe wissen: Das Portemonnaie ist noch voll (Illustrationsbild: © Bildagentur PantherMedia / Andriy Popov)

Die Statistiken der Föderalen Polizei bestätigen: Im Dezember ist die Zahl der Taschendiebstähle besonders hoch. Im Dezember 2018 gab es 3.400 Anzeigen – im Durchschnitt 110 pro Tag. Mithalten kann da nur der Urlaubs- und Festivalmonat Juli.

Fünf Maschen

1) Der Trick mit dem Schal. Der Dieb geht hinter seinem Opfer her und durchsucht Jacken- oder Handtasche. Dabei versteckt er seine Hand unter einem Schal oder einer Jacke. Den Trick wenden Diebe auch in Modegeschäften an.

2) Der Trick mit dem Fleck. Dabei arbeiten die Täter in Teams. Dieb Nummer eins verursacht einen Fleck auf der Jacke des Opfers, z.B. mit Ketchup oder Mayonnaise, geht aber dann weiter.

Jetzt kommen Kollege Nummer zwei und drei ins Spiel. Einer hilft beim Saubermachen, während der andere die Taschen durchwühlt.

3) Der Trick mit der Stadtplan, vor allem in Cafés und Restaurants. Der Täter kommt herein und sieht sich um, ob irgendwo ein Portemonnaie oder Mobiltelefon auf dem Tisch liegt.

Dann geht er zu dem Gast, legt einen Stadtplan auf den Tisch und fragt nach dem Weg. So bedeckt er die Sachen, die auf dem Tisch liegen, und kann diese unbemerkt greifen.

Den Trick gibt es auch in der Variante, dass der Dieb einem Passanten ein Stück Papier zeigt, dass aber komplett unleserlich ist. Und während man dadurch abgelenkt ist, ist das Handy, die Jacke oder das Portemonnaie auch schon weg.

4) Der Rücken-an-Rücken-Trick. Da setzt sich jemand auf den Stuhl am Tisch hinter dem Tisch des Opfers, hängt seine Jacke über seine Rückenlehne. Und die dient dann als Versteck, um unbemerkt die Tasche auf dem Boden zu nehmen oder die Jackentasche zu durchwühlen.

5) Der Umarmer- oder Fußballtrick. Bei Umarmertrick umarmen die Täter ihr Opfer, um sich zu bedanken, dass man ihnen geholfen hat (zum Beispiel, den Weg zu finden). Dabei öffnen sie die Halskette des Opfers und lassen sie mitgehen.

Beim Fußballtrick bitten die Täter ebenfalls um etwas, Feuer oder ähnliches. Dabei treten sie, scheinbar unabsichtlich, gegen das Bein des Opfers. Das ist durch den Schmerz abgelenkt und kann leichter beklaut werden.

Tipps zum Schutz

Man sollte es Dieben nicht zu leicht machen. Portemonnaie und Mobiltelefon gehören in die Jackeninnentasche, eine Hand legt man an die Handtasche und einen Rucksack sollte man nicht auf dem Rücken, sondern lieber vorne tragen.

Taschendiebe sind übrigens nicht nur im Gedränge unterwegs, sondern auch am Rand des Geschehens, wo weniger los ist. Vorsicht walten lassen sollten Besucher vor allem auch auf dem Weg zum Weihnachtsmarkt. Diebe schauen, wer gerade geparkt hat, und wissen: Der hat auch noch ein volles Portemonnaie.

In Cafés und Restaurants sollte man niemals die Tasche liegen lassen, sei es auch noch so kurz. Wer den Träger der Tasche um das Stuhlbein legt, merkt, wenn jemand daran zieht. Und wer zuviel getrunken hat, sollte besser nicht zulange draußen bleiben. Betrunkene sind leichte Opfer.

hln/vk/km

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