Löwen streitet über eine Moschee

Der Gemeinderat von Löwen hat sich den Plänen von Flanderns Innenministerin Liesbeth Homans widersetzt, einer Moschee in Löwen den Status als offiziell anerkannte Kultstätte zu entziehen. Die Mitglieder im Gemeinderat sprachen sich am Montagabend mehrheitlich gegen den Entzug dieses Status aus. Anders als Homans sind sie nicht der Auffassung, dass in der Moschee radikal-islamistische Tendenzen gefördert werden.

Al Ihsaan Moschee in Löwen (Bild: Nicolas Maeterlinck/Belga)

Al Ihsaan Moschee in Löwen (Bild: Nicolas Maeterlinck/Belga)

Der Streit dreht sich um die Al Ihsaan Moschee nördlich des Löwener Stadtzentrums. Dort sollen nach Auffassung von Homans salafistische Aktivitäten geplant werden. Außerdem stört sich die N-VA-Innenministerin daran, dass in der Moschee wieder ein Hilfsprediger aktiv sein soll, der 2017 nach Beschluss der Moslemexekutive aus der Moschee verbannt worden war. Der Hilfsprediger hatte es damals befürwortet, Gewalt gegen Frauen anzuwenden, wenn sie sich „schlecht benehmen“ würden.

Die Mehrheit im Gemeinderat von Löwen zeichnet ein anderes Bild der Moschee. Es gebe keine Hinweise darauf, dass in der Moschee salafistische oder gegen Grundrechte verstoßende Aktivitäten stattfinden würden, hieß es. Ganz im Gegenteil würde die Moschee zu einem guten Zusammenleben der Gemeinschaften in Löwen beitragen und bringe sich konstruktiv in das Gemeindeleben ein.

Bei der Abstimmung im Gemeinderat stimmten die Mitglieder der SP.A, Groen, CD&V, OpenVLD und PVDA gegen die Pläne von Homans, der Moschee den Status als Kultstätte zu entziehen. Dadurch würde die Moschee die finanzielle Unterstützung der Region verlieren.

Unterstützung bekam das Vorhaben lediglich von den Gemeinderäten der N-VA und des Vlaams Belang.

Kay Wagner

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