Gaming bei Jugendlichen: Lage ernst, aber nicht hoffnungslos

Gaming - also das Spielen am Bildschirm - ist unter Kindern und Jugendlichen heute so verbreitet wie früher einmal Karten- oder Brettspiele. Einen guten Ruf genießt das Video-Spielen allerdings nicht. Im Kern geht es um die hohe Suchtgefahr, die man diesen Spielen nachsagt. Am Montag nun werden die Ergebnisse einer Studie zu den Spiel-Gewohnheiten junger Leute vorgelegt.

Besucher der Gamescom am 22.8.2018 in Köln

Besucher der Gamescom 2018 in Köln (Bild: Oliver Berg/dpa/AFP )

Kinder und Jugendliche in Belgien spielen regelmäßig, aber im Durchschnitt nicht übertrieben viel. Im Schnitt spielen 12- bis 23-Jährige in Belgien elf Stunden in der Woche. Auf den Tag umgerechnet sind das etwa anderthalb Stunden. Die Experten für Medienerziehung sagen, wenn jemand in diesem Rahmen spielt, dann sei das nicht besorgniserregend.

Aber abgesehen von dem Suchtpotential kann das Spielen eine Menge anderer negativer Folgen haben. Das fängt an von körperlichen Beschwerden wie Schmerzen an den Augen, im Nacken oder im Spiele-Arm.

Extremes Gaming kann aber auch psychische Folgen haben. Viele der befragten Jugendlichen berichten, dass sie manchmal im Anschluss an eine Spielesession in eine schlechte Stimmung geraten, sei es aus schlechtem Gewissen, weil sie zu viel Zeit am Handy oder Tablet verbracht haben, oder weil sie verloren haben.

Die Studie, von den freien Krankenkassen in Auftrag gegeben, verteufelt nicht alles, was mit Gaming zu tun hat. Viele Jugendliche spielen im Netz mit anderen Gleichgesinnten. Das sei eine Form von Kontakt, von sozialem Miteinander.

Positiv bewertet wird auch, dass Gaming die motorische und geistige Entwicklung fördern kann, zum Beispiel die Hand- zu-Auge-Koordination, die Konzentrations- und Denkfähigkeit, die Fähigkeit zur Analyse- und zur Problemlösung.  Und wie bei allen Spielen: das Lernen von Verlieren und Scheitern.

Jungen spielen mehr, und führen die Negativstatistik an. Sechs von zehn Jungen spielen, aber nur drei von zehn Mädchen. Etwa ein Viertel der Jungen spielen mehr als der Durchschnitt,  was aber nur auf fünf Prozent der Mädchen zutrifft. Das heißt aber nicht, dass Mädchen insgesamt weniger am Smartphone hängen. Sie spielen weniger, chatten statt dessen aber mehr.

Eltern sollten vorbeugend Absprachen treffen, klare Regeln einführen und auch durchsetzen. Und darauf achten, dass sich Computerspiel und andere Freizeitaktivitäten abwechseln. Darüber hinaus sollten sie sich erklären lassen, warum dieses oder jenes Spiel so interessant und faszinierend ist. Kurzum: Miteinander im Gespräch bleiben.

lesoir/vrt/sh

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