Jeder zehnte Selbständige ist Ausländer

Man kennt die widersprüchlichen Behauptungen von Rassisten: "Ausländer wollen nicht arbeiten". Oder das andere Extrem: "Sie nehmen uns die Arbeitsplätze weg". Neue Zahlen zeigen ein Bild, das beiden Behauptungen widerspricht, denn: Ausländer schaffen neue Arbeitsplätze.

Arbeitsplatz

Illustrationsbild: Pixabay

Viele der neuen Belgier stellen sich als Unternehmer heraus. Mittlerweile ist mehr als jeder zehnte Selbständige in unserem Land ein Ausländer. Im Jahr 2017 hatten 120.012 Selbständige eine ausländische Staatsangehörigkeit. Das sind elf Prozent der mehr als eine Million (1.087.763) Selbständigen in unserem Land.

Die Zahlen sind vom Landesinstitut der Sozialversicherungen für Selbständige (LISVS) veröffentlicht worden. Demnach ist im Zeitraum von vier Jahren die Zahl der nicht-belgischen Selbständigen um 17,7 Prozent gestiegen.

Die meisten Ausländer kommen übrigens aus unseren Nachbarländern und der Europäischen Union. An erster Stelle stehen aber ganz klar die Rumänen mit 25.455 Selbstständigen. Dahinter folgen rund 17.000 Niederländer.

Die meisten neuen Selbständigen sind in Industrie und Handel beschäftigt. Den osteuropäischen Bauarbeiter und den italienischen Pizzabäcker gibt es natürlich auch, aber die Zahlen zeigen, dass es eine viel weitere Verteilung gibt. Die Nicht-Belgier arbeiten auch im Textil-, Chemie- oder Diamantensektor, sowie in Bereichen der Hotelbranche oder auch als Informatiker. Jeder Fünfte übt einen freien Beruf aus. Das betrifft beispielsweise ausländische Ärzte, die in unserem Land tätig sind.

Im Durchschnitt ist der ausländische Selbständige jünger als sein belgischer Kollege. Die größte Gruppe der selbständigen Nicht-Belgier ist zwischen 35 und 40 Jahre alt, während die meisten selbständigen Belgier zwischen 45 und 50 Jahre alt sind.

Top 5 der ausländischen Unternehmer in Belgien:

1. Rumänen: 25:455
2. Niederländer: 16.957
3. Franzosen: 13.396
4. Italiener: 11.055
5. Polen: 8.351

Auffallend ist die Zahl der Kroaten (+ 273,7 Prozent) und der Esten (+ 115,4 Prozent). Dies lässt sich damit erklären, dass diese Länder erst vor kurzem der EU beigetreten sind. In den letzten vier Jahren haben auch deutlich mehr Litauer (+ 44,9 Prozent), Ungarn (+ 61,2 Prozent), Zyprioten (+ 42,1 Prozent) und Slowenen (+ 90,9 Prozent) begonnen.

hln/mz/mg

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