Streik legt Belgien weitgehend lahm

Der für Mittwoch angekündigte Streik, zu dem die drei großen Gewerkschaften des Landes aufgerufen haben, droht Belgien bis zum späten Abend weitgehend lahmzulegen. Neben zahlreichen Beeinträchtigungen im Transportwesen werden auch viele Geschäfte und öffentliche Einrichtungen bestreikt. Es wird der größte Streik seit dem Generalstreik im Dezember 2014 erwartet.

Illustrationsbild, aufgenommen bei der Großdemo in Brüssel im Dezember 2018 (Hatim Kaghat, Belga)

Genau wie beim Streik im Dezember 2014 steht die Arbeits- und Sozialpolitik der Regierung von Premierminister Charles Michel auch dieses Mal im Zentrum der Kritik.

Konkret entzündet sich der Zorn der Arbeitnehmer an den gescheiterten Lohnverhandlungen für die kommenden zwei Jahren. Die maximale Marge von 0,8 Prozent, die bereits zu Beginn als Richtwert ausgegeben wurde, ist für die Gewerkschaften viel zu wenig. Aus Protest darüber hatten sie den Verhandlungstisch verlassen und zum heutigen Streik aufgerufen.

Der Aufruf wird am Mittwoch aller Voraussicht nach massiv befolgt werden. Neben den Fahrern von Bussen und Bahnen überall im Land sind auch die Taxifahrer dazu aufgerufen, sich am Streik zu beteiligen.

Bei der SNCB greift seit Mitternacht ein Minimaldienst. Nur die Hälfte der Züge soll fahren. Der internationale Verkehr mit den Hochgeschwindigkeitszügen soll dagegen nicht von dem Streik betroffen sein.

Flugzeuge fliegen am Mittwoch überhaupt nicht, nachdem die belgische Flugsicherheit den Luftraum über Belgien seit Dienstagabend um 22 Uhr für 24 Stunden gesperrt hat. Von der Schließung der Flughäfen sind rund 80.000 Passagiere betroffen.

Auch zahlreiche Supermärkte könnten geschlossen bleiben. Im Hafen von Antwerpen soll ebenso gestreikt werden, wie bei der Post. Viele Briefkästen könnten also leer bleiben.

Die Müllabfuhr soll mancherorts streiken, genauso wie Polizei, Feuerwehr, Krankenhäuser, Schulen und interkommunale Einrichtungen.

kawa/jp/rasch

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