Armenische Familie darf geschlossenes Abschiebezentrum verlassen

Die armenische Familie, die knapp einen Monat lang im geschlossenen Abschiebezentrum von Steenokkerzeel interniert war, wird am Montag verlegt. Das gab das flämische Kommissariat für Kinderrechte bekannt.

Das Auffanglager für Asylsuchende in Steenokkerzeel

Bild: Nicolas Maeterlinck/BELGA

Demnach sollen die zwei Erwachsenen und zwei Kinder jetzt eine offene Abschiebewohnung beziehen. Die Familie sollte am Samstag an Bord eines Linienfluges ausgewiesen werden, aus unbekannten Gründen wurde die Abschiebung aber annulliert.

Die Familie Khmoyan hält sich seit zehn Jahren in Belgien auf. Ein Asylantrag wurde aber abgewiesen, ebenso wie verschiedene Regularisierungsgesuche. 2014 bekam die Familie die Aufforderung, das Land zu verlassen. Daraufhin tauchte sie unter.

Am vergangenen 8. Januar wurden die achtjährige Anna-Maria, ihre zweijährige Schwester und die Eltern im Antwerpener Stadtteil Borgerhout festgenommen. Im Anschluss wurden sie in das geschlossene Abschiebezentrum in Steenokkerzeel gebracht, unweit des Brussels Airport. Dort gibt es zwar einen eigens für Familien vorgesehenen Trakt, ein Kinderpsychiater hatte aber festgestellt, dass die kleine Anna-Maria wegen der Internierung zunehmend unter psychischen Problemen litt.

Laut Gesetz dürften Familien höchstens vier Wochen lang eingesperrt werden, sagte der flämische Kinderrechtekommissar Bruno Vanobbergen in der VRT. Diese Frist sei so gut wie abgelaufen, deswegen werde die Familie jetzt verlegt. Der Umzug in eine offene Abschiebestruktur ist für Montag geplant.

Roger Pint

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