Krankenstand bei der Polizei auf Rekordhoch

Im Landesinneren melden sich immer mehr Polizisten krank. Sie beklagen, dass sie immer mehr leisten müssen, während gleichzeitig Personal fehlt. Das schreiben die Zeitungen des Verlags Sudpress am Freitag.

Polizeieinsatz in Anderlecht (8.4.): Mohammed Abrini wurde festgenommen

Illustrationsbild: Laurie Dieffembacq/Belga

Schon seit einigen Jahren liegt der Krankenstand bei den Polizisten über dem Durchschnitt. In Zahlen heißt das: Bei Beamten allgemein liegt er bei sechs Prozent, bei Polizisten bei acht Prozent. Das ist schon deutlich mehr. Und auch an dem Vorwurf, dass es zu wenig Polizisten gibt, ist etwas dran. Gemessen an den KUL-Normen, die die Politik einmal vor langer Zeit 2001 festgelegt hat, fehlen bei der lokalen und der föderalen Polizei in ganz Belgien rund 4.500 Polizisten.

Die Beamten sagen, dass sie immer mehr leisten müssen. Und wenn mehr Beamte krankheitsbedingt ausfallen und Stellen unbesetzt bleiben, müssen die, die noch da sind, mehr Arbeit schultern. Das ist das eine. Zum anderen habe sich die Arbeit selbst stark gewandelt. Polizisten würden viel öfter als früher mit Gewalt konfrontiert. Mitunter sind die Beamten selbst Opfer von tätlichen Angriffen. Das Arbeitsumfeld sei also deutlich rauer geworden.

Ein Vertreter der politisch neutralen Polizeigewerkschaft SNPS bestätigte, dass die Arbeit auch hier in der Region komplexer und damit fordernder wird. Von der Lage im Landesinneren sei man aber noch weit entfernt. Das liegt wohl am grundsätzlichen Unterschied zwischen ländlichen Gegenden und Ballungszentren. Dort gibt es nun einmal mehr Gefahrenlagen für Polizisten als etwa in Ostbelgien. Demzufolge sei die Anspannung beim Personalstand nicht so hoch wie in anderen Landesteilen, so die Gewerkschaft. Das heißt, der Krankenstand liege hier nicht übermäßig hoch und es gebe auch keinen generellen Personalmangel.

Um ihre Personalprobleme in den Griff zu bekommen, hat die Polizei nach eigenen Aussagen bereits Maßnahmen ergriffen. Bei der Föderalen Polizei gibt es eigens eine Beauftragte, die sich um das Problem der Langzeitausfälle kümmern soll. Ihre Aufgabe ist es, einerseits präventiv einzuschreiten, wenn sich ein Beamter in seinem Job nicht mehr wohl fühlt. Andererseits soll sie Programme ausarbeiten, damit Beamte, die beispielsweise unter einem Burn-out leiden, enger begleitet werden. Etwa indem der Kontakt zur Arbeitsstelle nicht ganz abbricht, auch wenn der oder die Betreffende längere Zeit nicht mehr im Dienst ist.

sudpress/okr

Kommentar hinterlassen
Keine Kommentare
Kommentar hinterlassen

Ihre Email-Adresse wird niemals veröffentlicht!
Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet.
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien zu Kommentaren.

Restl. Anzahl Wörter: 150