Abfälle im Abwasser: Wallonische Abwassergesellschaft SPGE schlägt Alarm

Aus dem Auge aus dem Sinn - das gilt vor allem bei der Toilettenspülung. Aber das Abflussrohr endet ja nicht einfach in der Wand. Was wir so alles in der Toilette wegspülen, stellt spätestens Kläranlagen vor große Schwierigkeiten. Die wallonische Abwassergesellschaft SPGE schlägt jetzt Alarm.

Toilettenpapier

Illustrationsbild: Melanie Ganser/BRF

Die Toilette dient immer noch zu oft und zu vielen als Ersatzmülleimer. Da wird Vieles entsorgt, was nicht in die Toilette gehört: Wattepads, Wattestäbchen oder feuchte Reinigungstücher. Besonders die sind ein Problem, weil sie sich nicht zersetzen. Sie verstopfen dann nicht nur Abflüsse, sondern auch die Kläranlagen selbst. Diese arbeiten dann nicht richtig und müssen aufwändig repariert werden.

Die SPGE gibt nach eigenen Angaben jährlich drei Millionen Euro aus, um Gegenstände aus Kläranlagen zu holen, die da nicht reingehören. In den nächsten Wochen startet die SPGE auch eine Infokampagne zu genau diesem Thema.

Aber was gehört denn nun rein in die Toilette? Exkremente und Toilettenpapier, das sich im Wasser auflöst – mehr nicht. Keine Taschen- oder Küchentücher, Feuchttücher, Hygieneartikel und auch keine Essensreste. Besonders Fette sorgen bei der Wasserklärung für Probleme. Öle oder gar Frittenfett gehören also auf keinen Fall in die Toilette.

Einige Abwasser-Experten gehen sogar noch einen Schritt weiter. Ihre Empfehlung: fettige Pfannen und Teller erst mit einem Papiertuch abwaschen und dann erst spülen, von Hand oder in der Maschine. Das fettige Papiertuch dann über den Mülleimer entsorgen. Das schont nicht nur die Kläranlagen der öffentlichen Hand, sondern auch die Sanitärinstallation zu Hause, denn einige haben ja sogar selbst eine kleine Kläranlage am Haus oder zumindest eine Sickergrube.

Profis aus der Kanalreinigung kennen das Problem: Es sind die Reinigungstücher und andere Hygieneartikel, die oft die Installationen verstopfen. In der Zeitung L’avenir berichtet am Freitag einer von einem Fall, in dem es vier Stunden gedauert hat, eine Sickergrube von allen Reinigungstüchern zu befreien, weil sich kein einziges von denen aufgelöst hat. Das geht für den Betroffenen natürlich direkt ins Geld. Einige hundert Euro kommen da schnell zusammen.

avenir/okr

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