Frauen stehen bei Tinder auf Karrieremänner

Wischt man auf dem Smartphone nach links, ist man nicht interessiert, streicht man mit dem Finger nach rechts, ist man neugierig. So das Prinzip von Tinder. Für diejenigen, die es nicht kennen: Es geht dabei um eine Dating-App. Eine Undercover-Studie der Universität Gent hat herausgefunden, was Männer für Frauen interessant macht.

Tinder - Die Dating-App

Bild: Pixabay

Manche nutzen Tinder, um den Partner fürs Leben zu finden, andere freuen sich eher über die kurzweiligen Bekanntschaften, die sie über die App machen können. Aber worauf achten Männer und Frauen bei der Nutzung dieser App? Das wollte die Wirtschaftsabteilung der Universität Gent mit einer Undercoverstudie herausfinden, übrigens die erste Studie zu der Dating-App.

Heraus kam, dass Frauen auf Tinder vor allen Dingen Karrieremänner aussuchen. Die Frauen scheinen eher dazu geneigt, Kellner oder Arbeiter weg zu „swipen“. Nach rechts „swipen“, beziehungsweise wischen, sie eher bei den Männern, die nicht nur gut aussehen, sondern auch studiert haben und karrieretechnisch gut aufgestellt sind.

Die Studie nennt auch Zahlen: 91,4 Prozent der getesteten Frauen gaben an, eher männliche Profile mit Masterdiplom zu wählen als Profile mit Bachelordiplomen. „Das Resultat bestätigt vielleicht das Klischee, dass Frauen auf der Suche nach einem Partner einen Mann suchen, der finanzielle Sicherheit bietet“, sagt Brecht Neyt, der Hauptverantwortliche bei der Durchführung der Studie. Zweck der Studie war unter anderem, herauszufinden, ob das alte Klischee, dass Frauen finanzielle Sicherheit suchen, im Jahr 2018 noch immer greift. Und es scheint so zu sein.

Für die Studie wurden auf Tinder acht fiktive Profile erstellt. Vier Frauenprofile und vier Männerprofile mit den am meisten vorkommenden Vornamen in Flandern. Bei den Männern waren das Jens, Michiel, Simon und Niels und bei den Frauen Lisa, Eline, Jana und Melissa. Auch Fotos wurden ins Netz gestellt. Dabei handelte es sich um Studenten aus dem Ausland, die der Verwendung ihrer Fotos für den Test zugestimmt hatten. Die Profile hatten alle dieselben Eigenschaften, sie unterschieden sich nur im Ausbildungsniveau und beim Aussehen.

Acht fiktive Profile sind nicht viel, aber es mussten viele Vorgaben beachtet werden. Die Studie musste von der ethischen Kommission der Fakultät abgesegnet werden – und die begrenzte die Zahl auf acht Profile. Sie legte auch fest, dass nicht gechattet werden durfte.

Bei 3.600 echten Tinder-Nutzern aus Gent, Löwen und Brügge wurden die Profile dann nach rechts geswiped. Das heißt, die acht fiktiven Personen von der Uni Gent haben bei 3.600 Profilen signalisiert, dass sie Interesse haben. Und unter den vier männlichen Profilen hatten die mit den höchsten Diplomen am meisten Erfolg bei den Frauen. Bei den vier weiblichen war das anders, da war offenbar das Aussehen ein sehr wichtiges Kriterium.

Aus dem Test ging hervor, dass die meisten Frauen jemanden suchten, der ein höheres Ausbildungsniveau hat als sie. Und darüber war man etwas verwundert, denn in normalen Datingsituationen, im Alltag, ist wohl in früheren Studien oft festgestellt worden, dass man hier meist eine sogenannte „edukative Homogamie“ anstrebt, mit anderen Worten gleich und gleich gesellt sich gern, auch wenn es um die Ausbildung geht. Aber auf Tinder wollen die Frauen wohl jemanden, der ihnen in Sachen Ausbildung überlegen ist.

morgen/js/est

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