Unzufriedene Polizisten stellen zwei Wochen keine Strafzettel aus

Unzufriedene Polizisten aus allen Teilen des Landes wollen vom 1. bis zum 15. November keine Strafzettel mehr an Verkehrssünder verteilen. Das kündigen die Polizisten auf einer Facebook-Seite an. Die Polizisten wollen damit gegen die Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen protestieren.

Polizei

Illustrationsbild: Laurie Dieffembacq/Belga

Die Polizisten haben sich über die Facebook-Seite „Police Unifying Movement“ organisiert, die zwei Lütticher Polizisten vor zwei Wochen gegründet hatten. Die Seite soll ein Forum bilden für Anliegen der Polizisten, die sich nicht unbedingt in Gewerkschaften organisieren wollen.

Gut 1.000 Polizisten hätten schon ihre Bereitschaft erklärt, an der Aktion in den kommenden zwei Wochen teilzunehmen, sagte ein Mitglied der Facebook-Gruppe am Mittwoch der Nachrichtenagentur Belga. Die Zahl lässt sich allerdings nicht überprüfen.

Die Polizisten wollen durch ihre Aktion dem Staat das Geld vorenthalten, das er durch die Strafzettel einnimmt. Verkehrssünder sollen zwar sehr wohl angehalten, aber dann nur über ihr Vergehen belehrt und zur Besserung aufgefordert werden.

Am 15. November wollen die Polizisten in Brüssel demonstrieren. Sie wollen eine Rückkehr zu dem Status, den sie 2001 bei der Polizeireform erhalten hatten. Viele damals zuerkannte Rechte seien in den vergangenen Jahren beschnitten worden.

Einen offenen Brief mit ihren genauen Forderungen haben die Polizisten sowohl an Innenminister Jan Jambon als auch die Kammerabgeordneten geschickt.

Kay Wagner