Pet Sitting – ein neuer Beruf auf Wachstumskurs

Das sogenannte Pet Sitting ist ein noch relativ junger Beruf in Belgien, doch gerade angeblich auf starkem Wachstumskurs. Mit dem Aufpassen auf Tiere anderer lässt sich jedenfalls auch in Belgien immer häufiger Geld verdienen und dementsprechend werden die Pet Sitter hierzulande immer mehr.

Hund

Illustrationsbild: Pixabay

Ein Spaziergang im Grünen, nur mit einem Hund oder mit anderen Hunden zusammen, ein Spezialtraining für den vierbeinigen Liebling oder einfach nur das Futter nachfüllen in der Wohnung: All das sind Tätigkeiten, für die man einen Pet Sitter engagieren kann.

Auf Tiere aufpassen – das ist längst mehr geworden, als einfach nur ein Job für Schüler, Studenten oder die Nachbarn. Und wie so oft, entwickelte sich dieser neuartige Beruf zunächst in den USA. 1983 begann Patti Moran im US-Bundesstaat North Carolina, professionelle Hundebetreuung anzubieten. Das Geschäft lief schnell sehr gut. 1987 schrieb sie ihr erstes Buch: „Pet Sitting für Profis“. Das Buch wurde zur Bibel der Zunft. So schreibt es jedenfalls auf ihrer Internetseite die Vereinigung „Pet Sitters International“, die angeblich größte Vereinigung professioneller Pet Sitter in der Welt, auf ihren Internetseiten.

In Brüssel gibt es seit 2007 eine professionelle Agentur für Hunde- und Katzenbetreuung. Drei Jahre später gründete auch Karina Koche ihre Firma. Damals noch belächelt von ihrem Umfeld. „Meine Freunde und Bekannten haben damals nicht geglaubt, dass das klappen könnte“, erzählt sie heute. „Sie hatten sich darunter eher einen Studentenjob vorgestellt. Oder etwas, was man mal zeitweise macht. Ja, und heute schaut mein Umfeld natürlich mit ganz anderen Augen auf die Sache.“

Denn die junge Frau hatte Erfolg mit ihrer Idee. Viele Spezialdienste bietet sie heute an: Alles, was man gerne mit seinem Hund oder seiner Katze machen lassen möchte, ohne selbst dafür Zeit zu haben, kann man bei ihr anfragen. Zum Frisör oder Arzt fahren, Erziehung oder Sport. Das Unternehmen von Koche hat sogar spezielle Autos für den Transport der Tiere. „Heute kann ich von dem Job meine Familie ernähren. Ich habe Mitarbeiter, die auch davon leben. Wir haben 60 Hunde am Tag zu betreuen. Das läuft alles sehr gut“, sagt sie.

Rund zehn professionelle Agenturen oder Freiberufler gibt es im Großraum Brüssel, die mit Pet Sitting ihr Geld verdienen. Und der Markt scheint seit ein paar Jahren in Belgien gleichsam zu explodieren. Denn mittlerweile haben sich auch Internet-Plattformen gebildet, auf denen Privatleute ihre Dienste anbieten. Belgienweit bieten laut Informationen der RTBF rund 15.000 Menschen ihre Dienste als Pet Sitter an. Eine Zahl, die sich seit vergangenem Jahr verdoppelt haben soll.

Diese Dienste sind jedoch zu unterscheiden von den professionellen Diensten wie die von Koche, sagt die Unternehmerin. Das Angebot der Dienstleistungen sei halt unterschiedlich. Die meisten Plattform-Anbieter bieten Basis-Dienste wie Spazierengehen oder nach dem Wohl der Tiere Schauen an.

Professionelle Pet Sitter hätten eben noch ihre Spezialangebote. Aber auch für diese gebe es eine gestiegene Nachfrage. „Man kann eine Entwicklung beim Dog-Sitting in der Familie feststellen. Daraus ergibt sich zwangsläufig eine steigende Nachfrage. Eine Nachfrage, die immer speziellere Wünsche erfüllt haben will“, sagt Koche.

Die Preise für Pet Sitting sind unterschiedlich. Auf den Internet-Plattformen sind sie etwas niedriger. Ab acht Euro wird dort Spazierengehen angeboten. 15 und 20 Euro können es auch für Tagesdienste sein. Bei den professionellen Pet Sittern liegen die Preise meist etwas höher. Aber dafür bekommt man auch eine andere Qualität – sagen zumindest die Profis.

Kay Wagner

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