Wollte sich Mechelen in die 1. Division mogeln?

Im Skandal rund um den belgischen Profi-Fußball laufen die Ermittlungen weiterhin auf Hochtouren. Nach inoffiziellen Angaben sollen am Mittwoch gut 20 Personen in Belgien vorläufig festgenommen worden sein. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Geldwäsche und Spielmanipulation in der 1. Fußball-Division. Die AS Eupen steht aber nicht im Fokus der Ermittler.

Stadion des KV Mechelen

Stadion des KV Mechelen (Bild: Jonas Van Boxel/Belga)

Dem belgischen Fußball droht offenbar ein Skandal ungeahnten Ausmaßes. Nach monatelangen Ermittlungen hat die belgische Polizei am Mittwoch zahlreiche prominente Verdächtige festgenommen, darunter auch Ivan Leko, Trainer von Meister Club Brügge, Herman van Holsbeeck, der ehemalige Manager des RSC Anderlecht, die beiden Fifa-Schiedsrichter Sébastien Delferière und Bart Vertenten und den wohl mächtigsten Spielerberater des Landes, Mogi Bayat.

Dabei gibt es eine Entwicklung, die auch aus Sicht der AS Eupen nicht uninteressant ist. Die beiden Fifa-Topschiedsrichter Sébastien Delferière und Bart Vertenten sollen nämlich enge Kontakte zu Spielerberater Dejan Veljkovic gepflegt haben. Der Serbe wiederum soll die beiden Schiedsrichter dazu missbraucht haben, den KV Mechelen in der 1. Division zu halten. Wie Belga jetzt gemeldet hat, sollen die Telefonate zwischen Veljkvovic und dem anderen Spielerberater Bayat schon seit Monaten abgehört worden sein.

Veljkovic wird nun verdächtigt, Spiele zu Gunsten des KV Mechelen zu manipulieren. Und das soll er über die beiden Schiedsrichter Delferière und Vertenten gemacht haben. Beide Seiten sollen wohl gute Kontakte gepflegt haben, wie es heißt. Delferière soll mit der Hilfe des serbischen Spielerberaters günstig an einen Neuwagen gekommen sein und der Makler hat auch noch mal in die Fußballschule des Schiedsrichters investiert.

Mit Vertenten, dem zweiten Unparteiischen, der unter Verdacht steht, soll von Veljkovic nach Spielen regelmäßig in Bars und Restaurants gewesen sein. Diese guten Kontakte zu den Schiedsrichtern sollen dann ausgenutzt worden sein, beim Versuch den KV Mechelen in der 1. Division zu halten.

Als dann alles zu scheitern drohte, sollen vor dem letzten Spieltag verschiedene Spieler der AS und von Waasland-Beveren, dem Gegner Mechelens, kontaktiert worden und mit Verträgen nach Mechelen gelockt worden sein. „In Vorbereitung auf das letzte Spiel sind Dinge passiert, die furchtbar und lächerlich sind und die unseren Verein destabilisieren sollten“, sagte Torhüter Hendrik van Crombrugge damals im BRF-Interview.

In dem Zusammenhang wird dann auch eine Entscheidung des Schiedsrichters Vertenten bei der 0:2-Niederlage der AS beim FC Antwerp unter die Lupe genommen. Als es 1:0 stand, zeigte Vertenten nämlich nach einem Foul Valientes, welches klar außerhalb des Strafraums passierte, auf den Elfmeterpunkt. Dann bekommt das also einen faden Beigeschmack.

Am Donnerstagvormittag sind die Spielerberater und Schiedsrichter jetzt erst einmal verhört worden, darunter Ivan Leko, Mogy Bayat, Bart Vertenten, Sébastien Delferière und Mitarbeiter anderer Vereine.

Auf Nachfrage des BRF bestätigte AS-Generaldirektor Christoph Henkel, dass es bei der AS Eupen weder zu einer Hausdurchsuchung gekommen sei, noch dass Mitarbeiter oder Spieler der AS zum Verhör nach Hasselt vorgeladen worden sind.

Die Staatsanwaltschaft hat sich bisher nicht zu den Ermittlungen geäußert, sie hat für Donnerstagnachmittag eine Pressekonferenz angekündigt.

cr/rs/est/mg

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