De Block setzt Kürzung von Mammographie-Erstattung vorerst aus

Gesundheitsministerin Maggie De Block (Open VLD) hat ihre umstrittene Rückerstattungsregel für Mammographien vorerst gestoppt. Tests zur Brustkrebsfrüherkennung sollten demnach nur noch in Ausnahmefällen von den Krankenkassen rückerstattet werden. Doch die Kritik wurde zu groß.

Mammographie

Illustrationsbild: Anne-Christine Poujoulat/AFP

Der königliche Erlass sollte am 1. April in Kraft treten. Er sah vor, dass Mammographien bei Frauen bis 45 Jahren ohne Risikoprofil nur noch in Ausnahmefällen rückerstattet werden. Zwischen 45 und 50 gäbe es nur noch eine Rückerstattung pro Jahr. Frauen ab 50 würde nur jedes zweite Jahr ein Früherkennungstest bezahlt.

Sogar innerhalb der Regierungskoalition wurde De Blocks Plan kritisiert. „Unüberlegt“ tönte es von der MR. Man werde De Blocks Plan nicht unterstützen. Die Oppositionspartei PS hatte zuvor bereits heftige Kritik an der Entscheidung geübt und von einem „Sparwahn“ der Regierung gesprochen. Die CDH sprach von einem falschen Signal.

Premierminister Charles Michel schaltete sich schließlich ein. Die Folge: Der umstrittene Erlass liegt vorerst auf Eis.

De Block selber spricht von Panikmache. Frauen würden falsch informiert und eine ernsthafte Debatte unmöglich gemacht. Aus ihrem Kabinett hieß es, es ginge nicht um Sparmaßnahmen, sondern das Geld dort einzusetzen, wo es am sinnvollsten ist.

Volker Krings