Belgisches Trappistenbier und indische Sikhs

L'union fait la force – Einigkeit macht stark. Das hört man in Belgien nicht mehr allzu oft. Vor allem wenn es um Flandern und die Wallonie geht. Doch in Neu Delhi wurde dieser Leitspruch diese Woche gerne und oft wiederholt: Schließlich haben sich die wallonische Trappistenbier-Brauerei Chimay und das flämische Familienunternehmen Huyghe zusammengeschlossen, um den indischen Markt mit Bier zu versorgen. Der Einstieg in den indischen Markt wurde richtig gefeiert.

Handelsmission in Indien: Belgisches Bier und indische Sikhs

Bild: Simonne Doepgen/BRF

Im Lütticher Carré ist es kaum anders: An der Theke herrscht Hochbetrieb, die Musik spielt laut, es gibt Wurst- und Käsehäppchen… Nur das Publikum ist irgendwie… bunter. Die Männer tragen Turban, die Damen den funkelnden Sari. Wir sind nicht im Lütticher Carré, sondern am Connaught Place. In einer Bier-Bar, im Herzen von Neu Delhi.

Das Bier hat hier Erfolg. Es sei ein echtes Juwel, meint Karanbir Singh Gulati. Der freundliche Mann mit dem hellgrünen Turban ist Generalmanager verschiedener Luxus-Gastronomiebetriebe. In seinen Edelbars und Sternehotels wird er demnächst Chimay und Delirium Tremens ausschenken. Damit das gelingt, gab es für die Barmänner von den Bierbrauern aus Belgien eine Schulung, erklärt Vincent Carton, Marketing-Direktor der Brasserie Chimay: „Die belgischen Bierbrauer bilden die indischen Barleute zu einer Art Bierbotschaftern aus.“ Sie achten penibel darauf, dass beim Servieren alles stimmt.

Dabei sind die Trappistenbiere in Indien echter Luxus – auf der gleichen Ebene wie Champagner und edler Wein. Bis zu 13 Euro wird ein Trappistenbier im Ausschank kosten.

Handelsmission in Indien: Belgisches Bier und indische Sikhs

Edwin Dedoncker ist Generaldirektor der Brauerei von Chimay. Er sieht in dem indischen Markt ein großes Potential: „Der Inder trinkt im Durchschnitt zwei bis drei Liter Bier pro Jahr. In China sind es 25 bis 26 Liter. Seit 20 Jahren sind wir auch auf dem chinesischen Markt präsent. Mit Erfolg. So könne Indien zum neuen China werden. Auch wenn der Markt unterschiedlich ist.“

Doch alleine lässt sich Indien nicht erschließen. Gemeinsam mit der Bierbrauer-Familie von Huyghe aus Melle erhofft man sich eine starke Präsenz. „Einigkeit macht stark“, zitiert der Chimay-Chef Edwin Dedoncker den belgischen Leitspruch. „Alleine sind wir für das schöne Land zu klein.“ Außerdem teile man die gleichen Werte, wie Nachhaltigkeit, Qualitäts- und Traditionsbewusstsein.

Mit der flämischen Brauerei Huyghe wollen die Wallonen gemeinsam erfolgreich sein. Vor Ort sorgt ein indischer Vertragspartner dafür, dass es auch in Neu Delhi und Mumbai immer mehr Belgium Beer gibt.

Handelsmission in Indien: Belgisches Bier und indische Sikhs

 

Simonne Doepgen

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