Waffenlieferungen an Saudi-Arabien: Wallonischer Regierungschef Borsus erntet harsche Kritik

Die Entscheidung des wallonischen Ministerpräsidenten Willy Borsus, Waffenlieferungen an Saudi-Arabien zu genehmigen, hat eine Welle der Empörung ausgelöst.

Der wallonische Ministerpräsident Willy Borsus

Der wallonische Ministerpräsident Willy Borsus (Archivbild: Eric Lalmand/Belga)

Vize-Premier Alexander De Croo sagte, er sei zutiefst enttäuscht. Vom humanitären Standpunkt her sei die Entscheidung vollkommener Wahnsinn, so der Open-VLD-Minister. Im Frühsommer hätten auch die frankophonen Liberalen im Parlament für eine Resolution gestimmt, in der die Teilstaaten aufgefordert wurden, keine Waffen mehr an Saudi-Arabien zu liefern.

Die Initiative zu der Resolution war von den Grünen ausgegangen. Ecolo-Vertreter forderten die MR auf, sich zu konzertieren. In der Kammer habe die MR die Resolution gutgeheißen, jetzt handele der liberale wallonische Ministerpräsident genau entgegengesetzt.

Amnesty International nennt die Entscheidung der wallonischen Regierung unmoralisch. Sie mache sich zum Komplizen des saudischen Regimes, das im Jemen humanitäre Rechte und Menschenrechte völlig missachte.

belga/vrt/mh - Bild: Eric Lalmand/BELGA