Nichtraucher leben länger und gesünder

Dass Rauchen nicht förderlich für die Gesundheit ist, das ist landläufig bekannt. Ganz im Gegenteil sogar: Rauchen schadet der Gesundheit. Und das ist jetzt sogar auch wissenschaftlich bewiesen, zumindest für die Menschen in Belgien. Denn das Wissenschaftsinstitut für Öffentliche Gesundheit (WIV-ISP) hat die Ergebnisse einer Langzeitstudie veröffentlicht.

Rauchen ist ungesund

Die Daten sprechen eine deutliche Sprache. Knapp neun Jahre lebt ein nichtrauchender Mann in Belgien länger, als ein Mann, der täglich raucht. Bei den Frauen sind es sechs Jahre, die Nichtraucherinnen länger leben als rauchende Frauen.

Groß angreifbar scheinen diese Zahlen nicht zu sein. Denn immerhin haben die Wissenschaftler für ihr Studie die Daten von 30.000 Menschen ausgewertet, Raucher wie Nichtraucher. Damit wäre für Belgien belegt: Raucher sterben früher als Nichtraucher. Zumindest im Durchschnitt. Ausnahmen bestätigen ja immer die Regel.

Doch für Dr. Herman Van Oyen, der die Studie am Wissenschaftsinstitut für Öffentliche Gesundheit mit verfasst hat, ist diese Feststellung gar nicht mal so zentral. „Jeder weiß, dass Rauchen tötet“, sagt Van Oyen. „Wir wollten darüber hinaus zeigen, dass das Rauchen auch negative Auswirkungen auf die Lebensqualität hat“, fügt er hinzu.

Mehr Lebensqualität

Rauchen habe Einfluss auf die Beweglichkeit des Körpers, schränke diese durch eine Vielzahl von kleinen Wehwehchen ein, die auf den Tabakkonsum zurückgeführt werden können. Das Aufstehen aus dem Bett zum Beispiel falle dann schwerer, das Hinsetzen auf einen Stuhl, das Waschen, der Stuhlgang, das An- und Ausziehen, sogar die Essensaufnahme seien für Raucher besonders im Alter oft schwerer, als für Nichtraucher.

Diese Sicht der Dinge bestätigt auch der Tabakologe Dr. Pierre Nys: „Früher gab es durch Rauchen viel häufiger schlimme Herzinfarkte, die oft auch tödlich verliefen. Heute leben die Menschen mit Medikamenten, mit einer ganzen Fülle von Behandlungen, die aber auch die Lebensqualität einschränken.

Die Zeit, in der Menschen unter einer Krankheit leiden, bevor sie sterben, unterscheidet sich dagegen kaum zwischen Nichtrauchern und Rauchern. Bei Männern liegt die Lebenserwartung von kranken Nichtrauchern nur drei Monate über derjenigen von Rauchern, bei den Frauen sind es immerhin eineinhalb Jahre, die nichtrauchende Frauen mit einer Krankheit noch länger leben.

Gute Botschaft

Dieser Befund verleitet die Wissenschaftler zu der Schlussfolgerung: Nichtrauchen verlängert nicht nur die Lebenserwartung. Sondern: die Lebensjahre, die man durch das Nichtrauchen quasi gewinnt, sind Jahre, in denen man sich einer guten Gesundheit erfreut. Also durchaus lebenswerte Jahre. Eine gute Botschaft für alle Nichtraucher also.

Und für die Raucher? Für sie gibt es immerhin einen Trost: „Wenn man bis ungefähr 45 Jahren aufhört zu rauchen, wird das auf jeden Fall einen positiven Einfluss auf die Lebensqualität haben. Und wahrscheinlich werden diese Menschen dann auch etwa so lang leben, wie die Nichtraucher“,fasst Tabakologe Pierre Nys zusammen.

Anders ausgedrückt: Selbst wer heute noch viel raucht und morgen vielleicht schon loskommt von Zigarette, Zigarre oder Pfeife, tut seiner Gesundheit auf jeden Fall etwas Gutes. Wenn das in jungen Jahren passiert, umso besser. Aber auch in älteren Jahren hat der Wandel vom Raucher zum Nichtraucher durchaus noch positive Auswirkungen auf die Gesundheit . Und damit auf die Lebensdauer und die Lebensqualität.

Text: Kay Wagner - Foto: Yasser Al-Zayyat/AFP

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