Weihnachtsgeschäft: Letztes Verkaufswochenende stellt nicht alle zufrieden

Die Einzelhändler sprechen von einem bescheidenen Wochenendgeschäft. In Brüssel war am letzten verkaufsoffenen Sonntag vor Weihnachten keine Euphorie zu spüren.

Weihnachtseinkäufe

Alle Jahre wieder ist das gleiche: Die Zeit, die eigentlich als die gemütliche im Jahr gilt, artet aus in Stress. Arbeit natürlich, aber auch die Weihnachtsfeier im Betrieb, Kaffeekränzchen hier und dort, und nicht zu vergessen: die Geschenke.

Alle Jahre wieder freut sich deshalb auch der Einzelhandel über die Vorweihnachtszeit. Der Wunsch der meisten, den Weihnachtsmann für ihre Liebsten zu spielen, lässt die Kassen der Geschäfte klingeln. Zwar nimmt der Online-Handel ständig zu – für diese Adventszeit verzeichnet der elektronische Bezahldienstleisters Worldline ein Plus von zehn Prozent in Belgien – aber viele Kunden finden auch noch den Weg in die Geschäfte.

Landesweit waren es beim letzten verkaufsoffenen Sonntag vor Weihnachten wohl mehr als im vergangenen Jahr. Drei Prozent mehr Umsatz im Vergleich zu 2015 meldet Het Belang van Limburg unter Berufung auf einen Sprecher der unabhängigen Gewerkschaft für Selbständige (SNI).

Anderes Bild in Brüssel

Aber nicht in Brüssel, wenn man der RTBF glauben möchte. Sie hat Einzelhändler in Brüssel befragt. „Heute sind für einen Sonntag ziemlich wenig Leute gekommen. Woran das liegt, kann ich nicht sagen“, sagt einer der Verkäufer.

Gefühlt weniger Kunden gab es auch in anderen Geschäften. Und eine Verkäuferin versucht, das zu erklären: „Im letzten Jahr, nach den Ereignissen vom November, hatten die Menschen im Dezember dann das Gefühl, etwas nachholen zu müssen. Sie haben sich quasi in das Weihnachtsgeschäft gestürzt – so, als ob es das letzte Mal sein könnte. Dieses Jahr scheinen die Menschen diesen Eindruck weniger zu haben.“

Ob dieser Eindruck richtig ist oder falsch – zumindest für Brüssel könnte er stimmen. Dort gab es dieses Jahr keine geschlossenen Geschäfte im November wegen der Angst vor Terroranschlägen. Wer früh plante, konnte schon wie immer und wie überall anders auch früh mit dem Geschenkekauf beginnen.

519 Euro im Durchschnitt

Und wie viel Geld geben die Brüsseler für ihre Geschenke aus? Bezogen auf eine Person, oder ein Geschenk? Die Antworten sind so erstaunlich wie unterschiedlich: zwischen und zehn und 1000 Euro. Im Durchschnitt sollen es 519 Euro sein, die ein Belgier für Weihnachten ausgibt. Ein Drittel allein davon für Geschenke.

Die weithin verbreitete Freude am Geldausgeben in der Vorweihnachtszeit machen auch weitere Zahlen von Worldline deutlich: 7.474.132 Zahlungsanweisungen per Bank- oder Kreditkarte registrierte der Dienstleister allein am Samstag. Das ist viel, aber kein neuer Rekord. Den hält der 23. Dezember vom vergangenen Jahr, als gut 60.000 Kunden mehr (7.547.067) irgendetwas in Belgien per Karte bezahlt hatten.

Doch noch ist das Weihnachtsgeschäft ja nicht vorbei. Heilig Abend ist erst am kommenden Samstag. Und nach dem Ende der Schulexamen diese Woche könnte es durchaus noch einmal zu einem großen Andrang auf die Geschäfte kommen, hofft die unabhängige Selbständigengewerkschaft SNI.

Kay Wagner - Bild: Justin Tallis/AFP

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