Pünktlich zur Weihnachtszeit: Bob ist wieder da

Die Weihnachtszeit beginnt - und dazu gehören nicht nur der Nikolaus oder das Christkind, sondern inzwischen auch ein gewisser "Bob". Die Rede ist von der schon traditionellen Bob-Kampagne, die seit über 20 Jahren in den Wintermonaten organisiert wird und die am Freitag anläuft. Ziel ist und bleibt es, die Autofahrer für die Gefahren von Alkohol am Steuer zu sensibilisieren.

Bob-Kampagne

Bild: Eric Lalmand/Belga

Der gute alte Bob: Seit über 20 Jahren gehört Bob zur Weihnachtszeit wie Maronen und Glühwein. Aber apropos Glühwein: Genau darum geht es. Zum Jahreswechsel gibt es unzählige Anlässe zum Feiern: Betriebsfeiern hier, Neujahrsempfänge da, dazu noch ein Besuch auf einem Weihnachtsmarkt… Eben deswegen hat das IBSR, das Belgische Institut für Straßenverkehrssicherheit, 1995 die Bob-Kampagne lanciert, mit – in der Praxis – vor allem verschärften Alkoholkontrollen auf den Straßen.

Inzwischen scheinen viele Autofahrer das verinnerlicht zu haben. „Wir stellen fest, dass der Prozentsatz der Fahrer, die mit Alkohol am Steuer erwischt werden, während der Bob-Kampagne kleiner ist als sonst“, sagt Benoit Godard vom IBSR.

Das ist ja schonmal ein Anfang. Allerdings sei Alkohol am Steuer nach wie vor ein Riesenproblem, so der IBSR-Sprecher. Die Zahlen sprechen für sich: Jedes Jahr sind immer noch 5.400 Unfälle in der Wallonie allein auf Alkohol am Steuer zurückzuführen, d.h. einer von sechs.

Der typische Alkoholsünder ist Wallone

Bob hin oder her: Es gebe immer noch einen harten Kern von Autofahrern – rund 2,5 Prozent -, die nicht zögern, sich unter Alkoholeinfluss ans Steuer zu setzen, sagt Benoit Godard. Und der Sprecher führt nicht umsonst die Wallonie als Beispiel an. Hier leben nämlich auch die meisten beratungsresistenten Verkehrsteilnehmer. Der typische Alkoholsünder ist Wallone, und er ist männlich, sagt Benoit Godard.

Doppelt so viele Wallonen wie Flamen sind unter Alkoholeinfluss unterwegs, vier Mal mehr Männer als Frauen… Und weil diese Leute offensichtlich durch keine Kontrolle und keine Kampagne dieser Welt zur Räson zu bringen sind, sieht sich das IBSR offensichtlich mit seinem Latein am Ende. Bei besagten 2,5 Prozent der Unbelehrbaren sei Sensibilisierung offensichtlich zwecklos, sagt Benoit. Man werde da wohl über eine härtere Gangart nachdenken müssen. Heißt: strengere Strafen, was das IBSR im Grunde aber schon seit Jahren fordert, bislang aber nur mit mäßigem Erfolg.

Erklärtes Ziel: 250.000 Kontrollen

Bis zum 31. Januar wird die Polizei jetzt also verschärft Alkoholkontrollen durchführen. Die Betonung liegt auf „wird“. Denn, wer glaubt, dass die Ordnungskräfte wegen der nach wie vor geltenden Terrorwarnstufe nicht über die nötigen personellen Mittel verfügt, der irrt sich. „Im vergangenen Jahr haben wir nach dem Lockdown ja schon eine ähnliche Situation erlebt“, sagt Godard. Das habe die Polizei aber nicht daran gehindert, Jagd auf Alkoholsünder zu machen.

Im Gegenteil: 250.000 Kontrollen waren und sind auch in diesem Jahr wieder das Ziel. 2015 hat man diese Zahl sogar übertroffen.

Roger Pint - Bild: Eric Lalmand/BELGA