Die Presseschau von Samstag, dem 22. August 2009

Ermittlungen gegen Jean-Marie Happart im Zusammenhang mit der Formel 1 in Spa-Francorchamps, überhöhte Gebühren für Sprach- und Datendienste in belgischen Mobilfunknetzen sowie der anstehende Rücktritt von Mieke Vogels als Parteichefin der flämischen Grünen sind einige der Titelthemen in der heutigen Inlandspresse.

Spa-Francorchamps: Kein Kurort für Jean-Marie Happart

La Libre Belgique machte heute auf Seite 1 mit Ermittlungen gegen den PS-Politiker Jean-Marie Happart auf, der das Ziel von Untersuchungen der Justiz im Zusammenhang mit der Organisation der Formel 1-Rennen in Spa-Francorchamps ist. Nachdem die Justiz bereits bei José Happart mehrere Hausdurchsuchungen hatte durchführen lassen, ist es jetzt also dessen Bruder Jean-Marie, der ins Fadenkreuz der Ermittler gerückt ist. Nach Informationen, die der Zeitung vorliegen, prüften die Fahnder Vorgänge im Zusammenhang mit dem kommunalen Zweckverband, der die Immobilien der Formel1-Strecke in Spa-Francorchamps verwaltet. Das zu den Ermittlungen gehörende Aktenstück bei der Justiz sei bereits recht umfassend, notiert La Libre Belgique. Es sei schon mehrere Zentimeter dick. Dennoch sei bislang unklar, welche Fakten darin festgehalten, würden, notiert das Blatt. Derzeit gelte aber auch für Jean-Marie Happard das Unschuldsprinzip. Dennoch kämen die Ermittlungen zu einem ungünstigen Zeitpunkt für Happart. Dessen Stuhl in der neuen Verwaltungsstruktur der Rennstrecke wackele nämlich.

Mobilfunkpreise in Belgien zu hoch

Le Soir macht mit einer neuen gesetzlichen Regelung und ethischen Vorgaben bei der Entnahme von Organen auf, widmet seinen Leitartikel heute aber den hierzulande teuren Sprach- und Datendiensten in Mobilfunknetzen. Es werde nichts unternommen, um die Mobilfunkpreise zu senken, kommentiert die Brüsseler Tageszeitung. Selbst wenn die Preise in diesem Segment in den letzten Jahren leicht zurückgegangen waren, sei man weit von dem entfernt, was man im Nachbarland Niederlande geschafft habe: Die günstigsten Handytarife ganz Europas nämlich. In den Niederlanden habe ein regelrechter Preiskrieg für die Mobiltelefonie stattgefunden, schreibt Le Soir. Zu verdanken gewesen sei dies dem beherzten Eingreifen der zuständigen Telekom-Regulierungsbehörde. Dies hätten jetzt auch die Verbraucherschützer von Test-Achats hierzulande in ihrem jüngsten Vergleich europäischer Tarifstrukturen im Mobilfunk noch einmal deutlich gemacht. In Belgien wäre derweil von solchen Entwicklungen nichts zu spüren. Hierzulande würden sich die zwei größten Mobilfunknetzbetreiber 75 % des Marktes teilen und eine veraltete und schlecht gestrickte Telekomgesetzgebung wirklich verbraucherfreundliche Preise verhindern. Auch die belgische Regierung habe zu einer Veränderung der Situation nichts unternommen. Dem Verbraucher bleibe nichts anders übrig, als selber das günstigste Angebot für sich herauszupicken oder seltener mit dem Handy zu telefonieren.

Comiclieblinge machen Schulmaterialien teuer

Het Laatste Nieuws macht mit hohen Kosten für Hefte, Ordner und Schulranzen auf, wenn diese mit bekannten Comic-Figuren geziert sind. Ein Vergleich bringe es ans Tageslicht, schreibt die Zeitung. Ein Schulranzen mit dem Konterfei eines bekannten Kinderhelden koste mehr als doppelt soviel wie eine Schultasche ohne Aufdruck. Vor allem wenn Schulhefte etwa mit Abbildungen bekannter Figuren der Disney-Studios verziert wären, würde ihr Preis drastisch steigen, notiert die Zeitung.
Pleiterisiko bei Drogeriekette Di

Das Wirtschaftsblatt L’Echo geht auf de Titelseite einem möglichen Konkurs der Drogeriemarktkette Di nach. Während Unternehmensführung und Gewerkschaften für Anfang September neue Gespräche zur Umstrukturierung angesetzt haben, würde hinter vorgehaltener Hand von Mitgliedern der Direktion bei Di das Risiko eines Bankrotts des Unternehmens nicht ausgeschlossen. Nach Verlusten in Höhe von 5,9 Millionen Euro im letzten Jahr hatte sich die Unternehmensführung bereits im März dazu gezwungen gesehen, die Schließung von 34 der 91 Drogeriemärkte anzukündigen und auf die Entlassung von gut 200 Mitarbeitern hinzuweisen.

De groeten, Mieke Vogels!

De Standaard titelt heute groß zum Ende des Parteivorsitzes der flämischen Grünen-Politikerin Mieke Vogels. Im November soll ihr Nachfolger an der Spitze von Groen! im Amt sein. Schon am 3. Oktober will Mieke Vogels nach Angaben von De Standaard, der heute ein ausführliches Interview mit der Politikerin veröffentlicht, von ihrem Amt als Parteichefin zurücktreten, weil an diesem Tag auf einem Sonderparteitag über die Zukunft der flämischen Grünen diskutiert werden soll. Dies nicht zuletzt auch im Hinblick auf die Parlamentswahlen 2011. Wenn Mieke Vogels geht, notiert das Blatt, dann verlässt eine Parteichefin Groen!, die wie niemand anderes zuvor dieser Partei ihren Stempel aufgedrückt hatte.
Het Nieuwsblad bringt heute gleich vier Frauen auf die Titelseite und druckt deren Interviews im Innenteil der Zeitung ab: Unterhalten haben sich die Redakteure der Zeitung unter anderen mit Innenministerin Turtelboom, Mieke Vogels und der Leichtathletin Tia Hellebaut.

Lehrermangel in Flandern bessert sich

De Morgen titelt heute auf Seite 1 zum abnehmenden Lehrermangel in Flandern. Die Zahl der offenen Lehrerstellen an Flanderns Schulen sei allein im vergangenen Monat um gut ein Drittel im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Hatten Schulen im Juli 2008 noch gut 2.800 Lehrer gesucht, brauchte man im Juli dieses Jahres nur noch knapp über 2.000. Ein interessanter Trend, schreibt De Morgen, der sich allerdings nicht auf das Grundschulwesen in Flandern übertragen lasse.

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