Die Presseschau von Dienstag, dem 12. Februar 2008

Erhöhe Luftschadstoffwerte, die Perspektiven des Machtwechsels in der Rue de la Loi am 23. März und der zweite Raumflug des belgischen Astronauten Frank De Winne.

Belgier ein halbes Jahr zur ISS

„Frank De Winne wieder ins All“, lautet die Balkenüberschrift in Het Laatste Nieuws. Zum zweiten Mal schicke die europäische Weltraumagentur ESA einen Belgier mit einer russischen Sojuz-Kapsel in den Weltraum. Es sei sehr ungewöhnlich, dass ein Europäer gleich zweimal ins All aufbreche, im Gegensatz zu Amerikanern oder Russen, bei denen es nicht außergewöhnlich ist 4 oder 5 Mal an einer Raumfahrtmission teilzunehmen.

Nach Angaben der ESA hat sich Frank De Winne bei seiner ersten Mission wie kein anderer Europäer mit dem System des russischen Sojoz-Raumtransporters vertraut gemacht, weshalb man ihn auch für den Flug im Mai kommenden Jahres ausgewählt habe. Zusammen mit einem Kanadier und einem Russen wird Frank De Winne vom Weltraumbahnhof in Beikonur in Kasachstan 2009 also zum zweiten Mal ins All aufbrechen. Sechs Monate, so Het Laatste Nieuws, soll der Belgier sich dann in der internationalen Raumstation ISS aufhalten.

Auch Het Belang van Limburg bringt Frank De Winne heute auf die Titelseite. Ein halbes Jahr zur Raumstation ISS, titelt die Hasselter Zeitung. Wenn der zweite Belgier im All im Mai kommenden Jahres mit seinen beiden Kollegen an Bord eines russischen Raumschiffs die ISS erreiche, dann würden während seines Aufenthaltes in der internationalen Raumstation erstmals sechs Personen gleichzeitig leben und arbeiten.

Zu seiner Reaktion auf die erneute Auswahl für einen Raumflug der europäischen Weltraumagentur ESA befragt erklärte De Winne, dass er mit der Nachricht seiner Auswahl gerechnet hatte. Dies vor allem, weil er unlängst der Reservemann für einen letzte Woche mit dem amerikanischen Space Shuttle ins All aufgebrochenen Franzosen war. Sechs Monate seien lang, zitiert Het Belang van Limburg Frank De Winne. Auch das Training für den Raumflug werde schwer sein, so der belgische Raumfahrer.

La Libre Belgique titelt zu diesem Thema auf Seite 1, „De Winne sechs Monate zu den Sternen“. Der Belgier, der nächstes Jahr an Bord einer Sojuz-Kapsel ins All aufbreche, werde eine Reihe von wissenschaftlichen Experimenten durchführen müssen. Der gebürtige Genter und ausgebildete Jagdpilot habe sein ganzes Leben einem Ziel gewidmet: ins All aufzubrechen.

Als er am 30. Oktober 2002, von Beikonur aus, zu einer 12-tägigen Mission zur internationalen Raumstation aufbrach, löste er ein Versprechen ein, dass er sich 20 Jahre zuvor beim ersten Flug eines US-Space Shuttles gegeben hatte. Damals schrieb er der amerikanischen Weltraumbehörde NASA, die ihm riet Erfahrung zu sammeln. Ein Rat, dem De Winne folgte, so La Libre Belgique. Allerdings, so fügt die Zeitung hinzu, seien es nicht die Amerikaner, sondern die Russen gewesen mit deren Raumschiff der Belgier schließlich seinen Traum vom Aufbruch zu den Sternen verwirklichte.

Auch Le Soir bringt die neue Weltraummission von Frank De Winne auf der Titelseite. Die Brüsseler Zeitung bemerkt in diesem Zusammenhang, dass nun auch die Europäer endlich über ihr eigenes Forschungslabor im Weltall verfügten. Gestern Abend sei Columbus erfolgreich an der internationalen Raumstation ISS angedockt worden.

Luftverschmutzung und Gesundheit

Ebenfalls auf der Titelseite von Le Soir heute ein eher irdisches Problem: Umweltverschmutzung tötet jährlich 10.000 Belgier, titelt die Zeitung. Brüssel ergreife Maßnahmen und die Wallonie halte an ihnen fest. Die derzeit festgestellten Spitzen bei den Schadstoffwerten in der Umgebungsluft würden die Schwächen unserer Gesundheit gegenüber diesem Phänomen deutlich machen.

Am dritten Tag infolge würden derweil heute in der Hauptstadt die Grenzwerte für Stickstoffdioxyd in der Luft überschritten. Vorsorglich würden die Autofahrer in Brüssel deshalb gebeten Geschwindigkeitsbegrenzungen strikt einzuhalten. Hierzu würden auch verstärkt Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt, so Le Soir.

Leterme Premier: CD&V pessimistisch

De Morgen berichtet heute auf Seite 1 über die Unruhe innerhalb der Partei von Vize-Premier Yves Leterme. Bei den flämischen Christdemokraten mehrten sich die Stimmen derer, die einsehen, dass Leterme vor einer unlösbaren Aufgabe stehe. Innerhalb der CD&V sei der Glaube an die Erfolgschancen des Kandidaten auf das Amt des Premierministers eher gering.

Im Kommentar ist in De Morgen heute nachzulesen, dass Yves Leterme schon zweimal in seinem Auftrag zur Regierungsbildung gescheitert sei. Aus diesem Grund erscheine es klar, dass der Optimismus in den Reihen der flämischen Christdemokraten nicht gerade gewachsen sei. Einige Parteinsider glauben sogar zu erkennen, kommentiert De Morgen, dass Leterme anscheinend dabei ist den schwarzen Peter seines Kartenspiels zu verteilen. Dies, so der Kommentator der Zeitung, geschehe eigentlich immer dann, wenn sich jemand auf einen Misserfolg vorbereite.

Fette Beute: 4 Bilder – 112 Mio Euro

De Standaard schließlich macht heute mit einem Kunstraub in der Schweiz auf. Dort entwendeten 3 maskierte und bewaffnete Männer aus einem Museum in Zürich jetzt 4 Meisterwerke von Cézanne, Van Gogh, Degas und Monet. Gesamtwert der Bilder: gut 112 Millionen Euro.

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