Die Presseschau von Samstag, dem 02. Februar 2008

"Mutter und Sohn sterben unter Zug" ist auf Seite 1 die wichtigste Schlagzeile in La Dernière Heure. Vers L'Avenir präsentiert ausführlich die neueste Generation der hochauflösenden Fernsehgeräte.

„Monatsgehalt für Schiedsrichter“ erfahren wir in Het Belang Van Limburg. Das gilt aber nur für die erste Fußballliga.

„Immer mehr Kinder werden zur Adoption freigegeben“, berichtet Gazet Van Antwerpen, und De Morgen schreibt: Brussels Airlines droht damit, 450 Piloten in einem anderen Land zu beschäftigen, wenn hier die Lohnnebenkosten nicht gesenkt werden.

Kriegseinsatz für belgische Soldaten

„Unsere Soldaten müssen an die afghanische Front“ titelt Le Soir und auch De Standaard schreibt: Belgien zieht in den Krieg. Ab September setzt unser Land vier F16-Kampfflugzeuge im Süden Afghanistans ein, hundert belgische Soldaten werden in der gefährlichen Provinz Kandahar gegen die Taliban kämpfen. Im Kommentar heißt es dazu: Belgien beteiligt sich jetzt an einem Krieg, der wahrscheinlich nicht gewonnen werden kann. Dies kann weit reichende Konsequenzen haben. Unser Land wird jetzt erneut zu einem bevorzugten Ziel für Terroristen. Der Militäreinsatz hat aber auch politische Konsequenzen. Die nächste belgische Regierung muss ein Wort mitreden können, wenn Europa eine internationale Politik definiert.

Le Soir befasst sich im Leitartikel mit einem weiteren Auslandeinsatz der belgischen Armee. 120 belgische Soldaten werden sich gemeinsam mit 13 anderen europäischen Ländern unter der Leitung Frankreichs im Tschad an einer Friedensoperation beteiligen. Das ist nicht ungefährlich, weil Frankreich sich in dem Konflikt zum Alliierten der Regierung des Tschads gemacht hat. Die Rebellen haben schon angekündigt, dass die EUFOR-Truppe ein potentielles Ziel für Anschläge wird.

In Lüttich rauchen die Schlote wieder

„Lösung für CO2-Quoten, Neustart für Lütticher Hochofen“, heißt es im Grenz-Echo. Alle Regierungen unseres Landes einigten sich auf die Verteilung der CO2- Emissionen für die kommenden fünf Jahre. Das ermöglicht die Wiederinbetriebnahme des Hochofens Nr. 6 in Seraing.

Die wallonische Stahlindustrie“ kann wieder aufatmen, titelt dazu La Libre Belgique. Im Kommentar schreibt die Zeitung: Positiv ist, dass der Konzern ArcelorMittal bereit war, seinen Teil der Kosten für die CO2-Quote zu übernehmen. Die wallonische Regierung muss aber auch dem Föderalstaat und Flandern dankbar sein, weil diese viel Entgegenkommen zeigten. Besonders positiv ist diese Entwicklung für die 10.000 Arbeitsplätze, die in der Lütticher Industrie bedroht waren.

Regieren oder ruhen?

Het Laatste Nieuws meint im Leitartikel: Endlich wird wieder regiert. Das beweist unter anderem die gestrige Afghanistan-Entscheidung der Föderalregierung. Positive Signale kamen Anfang der Woche auch von Laurette Onkelinx und Joelle Milquet. Es wurden Fortschritte verbucht bei den Gesprächen über die Staatsreform. Es bleibt zu hoffen, dass dies anhält.

De Morgen bedauert die anhaltende Lethargie im Parlament. Dabei gibt es genügend gesellschaftliche Probleme, mit denen sich die Parlamentarier auseinandersetzen könnten: Zum Beispiel die Kaufkraft und die Wirtschaftskrise.
Arbeitsplätze jenseits der Sprachengrenze

Flandern möchte 50.000 Arbeitsplätze mit Arbeitnehmern aus Wallonien besetzen, kommentiert Gazet Van Antwerpen. Das wirkt ein wenig paternalistisch, aber es gibt gute Argumente für dieses Projekt, vor allem weil in der Wallonie Elio Di Rupos Marshallplan nicht funktioniert.

Verschärfung des Rauchverbots

Het Volk begrüßt im Leitartikel den Vorschlag einiger Parlamentarier für ein generelles Rauchverbot in allen Gaststätten. Das bisherige Verbot sorgt für Verwirrung und Ärger, weil es sich nur auf Restaurants beschränkt. Ein allgemeines Rauchverbot in allen Gaststätten lässt sich auf Dauer nicht vermeiden, weil dies ja auch schon in den meisten Nachbarländern gilt, so die Zeitung.

Börsenkrieg bei den „Neuen Medien“

Microsoft greift Google an, erfahren wir in De Tijd und in L’Echo. Der amerikanische Softwaregigant will Yahoo übernehmen, um Google den lukrativen Internet-Werbemarkt streitig zu machen, heißt es im Leitartikel von L’Echo.

De Tijd kommentiert: Das Timing für das feindliche Übernahmeangebot auf Yahoo konnte nicht besser sein, jetzt wo der Aktienkurs besonders günstig ist. Allerdings ist eine Fusion zwischen Microsoft und Yahoo nicht ungefährlich, da beide Unternehmen eine völlig unterschiedliche Betriebskultur haben.